Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. adverbia. verbale. 
239 
verbaladverbia auf -dyv, die fichtbar oder fühlbar durch 
lat. auf tim und durch deutfche auf -ingen, lingen über 
fetzt werden mögen, als da lind: ßadyv (gradatiin), 
ß/Jidry (gleichfam wurflingen), GvAÄyßSfjv (conjunctim) 
yQaßhjV (gl. rizilingen), Xlydyv (desgi.), aQndyÖTjv 
(raptim), KQvßfifjV (clam), Qvöry (im fiuß), ßv£r]V f. ßvodyv 
(gedrängt voll), onoQaSyv (zeritreut) von oneiQO), tiqo- 
iQomah;v (vorgeneigt) von nQovQinw, $Qojuad?]V (Jauf- 
lingen) von einem veralteten dys/tm, ^vyadr^v (junctim) 
von gvyow u. f. w. Es wird nicht zu kühn fein, in 
dieiem -dyv einen acc. fern, zu erblicken und daraus 
eine beltätigung des ahd. un in itulingün zu fchöpfen, 
wie auch die lat. am und im accufative erfter und drit 
ter decl. anzeigen. Eine griech. nebenform dvcupavdov 
(palam) %QV(pavdov (clam) fcheint acc. mafc. zu verrathen. 
Seltner, und ohne analogie im deutfchen, lind die adv. 
auf -Tt: (-yQTjyoQTL (im aufwachen), ügtccztI (ohne zu 
tropfen) dviÖQam (ohne zu fcliwitzen). Auch das fcliöne 
adv. ßov\v c iGV$e (vgl» oiuovde oben f. 210) bleibt unferer 
fprache unerreichbar. — Die Slaven bilden verbaladver- 
bia , deren character M ill, z. b. bohm. bodmo (punctim) 
hodmo {ßXijdfjvy letmo (flüglingen) fiogrno (Itatiin, 
ftando, itante pede) tagmo (clam) hradmo (Itulingün) 
olrocmo (fchrittlings) darmo (gratis; ahd. fergebeno) 
pojjepnio (leite, von polfeptati, flültern); poln. hradornie 
(furtim) lotnie (im flug); ferb. tajom (clam); krain. 
vidama (zufehends) bölim. widome; krain. vedama 
(wißen tlich) böhm. wedome. obgleich hier das M auf 
keinen acc. lg., eher auf den dat. oder inftr. pl. weilt; 
fo läßt doch die einftimmende bedeutung den zufammen- 
liang mit den lat. und griech. verbaladverbien nicht 
bezweifeln. Auch die litth. flaptomis (clam) von flepti 
(celare) und tyloinis (agf. fvigunga) von tyleti (liiere) 
fehen nach dat. pl. aus. 
Ganz verfchieden von folchen aus dem verbum abge 
leiteten adverbien, deren die deutfche fprache in einem 
frühem zuftande wahrscheinlich viel mehr befeßen hat, 
lind diejenigen, welche aus wirTclichen verbalflexionen 
erwachten. Ein häufiger gebrauch hat diefe nämlich, 
für lieh oder noch mit andern Wörtern verbunden, ab- 
ftract gemacht, und fie vertreten das amt bloßer par- 
tikeln, meiftens enclitifcher und interjectionaler art. 
Alle müßen auf urfprünglich lebendige phralen zurück 
geführt werden. Ich rechne hierher folgende fälle:
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.