Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

238 
III. adverbia. verbale. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
cortelinghe, eallinga , irringa) bald von fubfi. (wie hru- 
kilingün, biuchelingen, fitelingen, häuptlings, näflings, 
unceapunga, orlceattunga) bald ohne Vermittlung eines 
nomens aus dem bloßen verbum (wie ftulingün, hälingun, 
ffüglingen, brütlings, treiblings) und mit einer endung, 
wie lie jeder mundart gerade zufagte, gebildet wurden. 
Das eingefchaltete L ift wie beim lübft. zu beurtlieilen. 
Der genitivifche ausgang -ings, lings fclieint überall 
erlt Ipä'ter eingetreten. 
c. der goth. fprache fehlen diefe adv. fchon darum, 
weil lie auch keine fein, auf UGG hat 5 aber welche 
andere form mochte lie erfetzen? 
G. Verbale adverbia. 
Gegen die fremden urverwandten fprachen lieht die 
bildungsfähigkeit der deutfchen darin bedeutend zurück, 
daß lie aus ihren verbis unmittelbar fall keine adverbia 
ziehen können, fo vortrefflich auch der ablau t dienen 
würde dergleichen formen zu kennzeichnen. Vielmehr 
entwickelt lieh das adverbium erit mittelbar aus dem 
verballtamm, d. h. durch das von diefem hergeleitete 
noinen, wie im vorausgehenden gezeigt worden iß. 
Davon handelt es fich hier nicht, daß participia, ver 
möge ihrer adjeclivifchen natur, adverbia zu zeugen 
gefchickt find, die ganz der weife aller übrigen adjecliv- 
adverbe folgen (gramm. 1,1019* 1020) und gleich dem 
lat. lilenler, latenter, litienter , explicite, fedate beurtheilt 
werden miißen. Allein im lat. erfcheinen außerdem 
adv. der endung tim, im, die lieh nicht geradezu auf 
das part. praet. beziehen laßen, obfehon he dem fupinuin 
unleugbar verwandt lind, z. b. raptim, carptim, für tim, 
ftatim, ductim, gradatim , caeßm, fenfim, curßm*). 
Spuren folcher verbaladv. habe ich vorhin in dem ahd. 
jiulirigun, hälingun, die ebenfalls den ablaut des praet. 
an lieh tragen, geglaubt zu entdecken **). Noch viel 
mehr beftärkt mich in diefer anlicht eine reihe griech. 
dam fcheint für celam oder celatim zu ftehen, von ce- 
lare, wie hälingun von helan, doch hat Feltus ein älteres calirn,; 
am und im wechfelnd wie in uarn, enim. ebenfo palam für pa- 
latim? von einem veralteten palare, wie propalam von propalare. 
fo wie einzelne deutfehe können auch mehrere lateinifche 
unmittelbar aufs nomen bezogen werden? z. b. partim, viritim, 
vicatim•
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.