Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

ches Staatsarchiv 
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III. adverbia auf ING. 
führten beifpiele jetzt beträchtlich vermehren laßen, 
fondern auch über die natur der ganzen biJdung einige 
neue auffchlüße zu ergeben fcheinen , fo fordern he eine 
umitändliebere unterfuchung, die ich ahßchtlicli bis zu 
letzt aufgefpart habe, weil he mir den Übergang zu den 
verbalen machen. Man könnte he aclperbia der hand 
lang nennen, indem he zwar eine befch affen heit, allein 
weniger wie etwas ift, als wie es gefchieht, anzeigen. 
Vorausgefchickt werden muß, daß he der golh. fprache, 
fo viel man weiß, und der nordifchen völlig abgehen. 
1. Die ahd. endung lautet -ingun; den langen vocal 
bewährt N. *) und damit wird notliwendig auf einen 
obliquen cafus fchwacher weibl. form gewiefen. ara- 
wingun, arwingun (fruftra) hrab. 963 b monf. 343« Diut. 
1, 243 a arowingun Diut. 1, 224 a arowingon ker. 126 
arowinkun ker. 150, vergleichbar dem goth. arvjo (f. 101), 
N. fchreibt ardingun pf. 2, 1« 9, 2. Cap. 81. Bth. 217. 
233. 234, denn man kann dies wort nicht wohl für ein 
anderes hallen, fo fonderbar die entwicklung des rd 
aus rw ift **); italinguri (fruftra) ker. 150. Diut. 1, 243 a 
(wo talingun) vgl. in ital, on idel (f. 107); ftuzzelinguri 
(fortuito) N. pf. 9, 2. Bth. 233. 234* Cap. 78; ünforawi- 
Jinkdn (fortuito) ker. 129. Diut. 1, 226 a (wo unforawif- 
hngu), das politive forawilingun wird alfo bedeuten e 
provifo? vgl. das inhd. furewife (f. 115); unwaringun 
(cafu, fortuito) hrab. 963 b monf. 410* unweringün hrab. 
956 a , vgl. das fcliwed. oförvarandes (f. 9.)> hdhinkun 
(fubito) ker. 237* kah ingun Diut. 1, 271 a hrab. 973 b vgl. 
gahes (f. 90) und gähün (f. 142); farinhun (repente) 
ker. 107. 129. 171. 236. Diut. 1,209 a 226 a 256 a 271 a ; 
hälingun (clam) 0. I. 17,84? tarningun (dam) , hrab. 
956 b Diut. 1, 274 a (wo tarningbm) tarnunkun (latenter) 
ker. 252; ßulingun (furtim) hrab. 956 b monf. 373* blin- 
tilingon (latenter) 0. III. 20, 231. 23,75; rucchilingun 
(fupine) auguft. H7 b ; inurzelingun (abfolute) monf. 375? 
chrumbelingun (oblique) N. 66, 5; Jamahaftingun 
(frequenter) Diut. 1, 244 a ker. 152 (wo famahefticum); 
*) ardingiin, fiuzzelingün Bth. 234, obgleich an andern hellen 
auch -un fleht. 
**) merkwürdig wird ker. 65 controverfia , canfa erdhincun, 
Diut. 1, 180 a ardingun glolfiert, in derlelben fammlung, die auch 
zweimal arowingun hat; und doch kann dies nur aus dem Ver 
derbnis einer echten gloffe entlpriugen, die ardingun, fine caufa 
lautete.
        

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