Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

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III. prononiinalbildungen. anlaut. 
verfchiebung ein golh. II und f>, ein ahd. H und D zu 
erwarten iit; und hier erl'cheint eben diele Jautverfchie- 
biuig offenbar im liachtlieil, da lie Halt der tenuis, die 
in unferni fall 1 o wefentliche functioneil zu verleben 
hat, alpirata (oder gar bloße fpirans) und xnedia ein- 
führte, beide von geringerer Wirkung, üeachtenswerth 
iit für das deutfche fragewort die nähere verwand lieh aft 
mit dem lateinifcken, indem auch hier der kehllaut von 
einem Y begleitet wird; dem lat. QV enti'prieht das 
deutfche HY in goth. /was (quis) ahd. huer; goth. 
Iwapar (uler, tcotcqos) ahd. luiedar: golh. Jwarjis, 
altn. hverr; goth. hveleiks, alid. huelihher (qualis); 
goth. hvelduds (quantus); und in den goth. partikeln 
hvcin (quam) Zwar (ubi) hvdiva (quojnodo) Iw ad (quorlüm) 
hvapro (unde); alid. huanne, huanta, haar, huio. Ähn 
lich dem lat. uter, unde, ubi hat lieh aber frühe fchon 
iin ahd. das H abgenutzt und das weiche YV iit zur be- 
zeichnung der frage gelangt in wer, wedar, welth, 
warme, wanta, war, wio, dem heutigen wer, weder 9 
welch, wann, wo, wie. Auch die INiederlander fchreiben 
wie (quis) welke (qualis), bewahren jedoch das H in der 
partikel hoe (quomoclo). Danen und Schweden fchreiben 
zwar noch in laichen Wörtern HY, allein ohne de« 
erften buchiiaben auszufprechen und hvi (quare) klingt 
ihnen gleich vi (nos) *); provinciell, z. b. in Jütland 
loll noch IIY von Y unlerfchieden werden. Auch die 
Engländer laßen in what, why, which, where ein vom 
bloßen YV verfchiednes HYY hören und haben in der 
partikel how den flrengeren laut behalten. Der orga- 
nifche demonftralive anlaut erl'cheint im goth. pata, 
ahd. da% und in dem ganzen ahd. der und jdefery in 
den goth. partikeln pe, pari, pancle, par, padei, pa- 
pro (fanfkr. tatra), den ahd. diu, dari, dann an, danta, 
dar, dara, und den agf. fy", porine, fnis etc. von wel 
chen allen hernach noch in anderer beziehung gehandelt 
werden foll. doch dem livafar, livelauds, hveleiks lieht 
in den erhabnen goth. quellen kein papar, pelduds, 
peleiks zur feite, wiewohl lie fall ficher vermuthet wer 
den dürfen. 
B. die einfachen perfönlichen und demonllrativen 
pronomina lind im zweiten buch angegeben worden. Hier 
bleiben noch einige andere Wörter, theils adjectiva, theils 
*) der aus hvo entfpruugne fchwed. nom. ho (quis) afpiriert 
ohue NYlaut; das däu. hvo klingt wie vo% 
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