Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
III. adverbia. adjectivijche. fchlußhemerk. 127 
f. die lettifchen fprachen haben keine accufativifchen 
adv., wabrfcheinlich, weil ihnen die neutrale flexi on 
überhaupt ausgefiorben ilt. Ahe aus adj. gezognen adv. 
endigen regelmäßig im littb. auf ay, ey: iabas (bonus) 
labay (bene, valde); drütas (firmus) drutay (firme); 
pilnas (plenus) pilnay (plene); didis (inagnus) didey 
(inagne). altpreuß. auf cd: iabs, labbai; druckts, drucktai. 
leüifcli auf i: labbs, labbi; pilns, pilni. Genau itimmt 
diefer ausgang zu keinem cafus, am meilien mit dem 
dat. fg. fern. (litth. ai, ei; lett. ai). 
g. anwendung von praepoßtionen vor adj. zur bil- 
dung von adv. erfcheint in allen dielen fprachen fei Liier, 
ids bei uns; man vgl. das lat. denuo (denovo), das an 
geführte eis nevov, incaffum, invano, embalde, das franz. 
envain, enlout, en general u. f. w., die romanifchen fpra- 
chen verrathen liier deutfclien einlluß. 
B. Subßantivißche adverbia. 
Der cafus des lübll. reicht hin (abfolut gefetzter 
cafus), häufig find noch pronoinina und adj. damit ver 
knüpft. 
I. Genitivifche. 
1. gen. /g. mafc. oder neutr. fiarber form. 
Golti. gijiradcigis (cras) Matth. 6,30; dagis Tivizuli 
(cpiotidie) Neh. 5, 18; jramvigis (ndvroxe) Joh. 6, 34* 
vgl. gramin. 2, 732; landis (peregre, eis ytoQav jucMQar) 
Luc. 19, 12 bei gaggida, fo wie Marc. 4, 35 usleijam 
jdinis ßcidis (jenfeits, eis ro neQav) und Luc. 15, 15 
infandida ina häijjös feinäizos (eis tovs ayQOVS avrov) *). 
an keiner andern ftelle wüftß ich das bis jetzt nur Philem. 
22 gefundne, fchon oben f. 25 berührte goth. adv. bijandzuppan 
Q&nx Se) aufzuführen, die anhängeiiden partikeln Jan und uh ab- 
gelöft, bleibt bijands, das nur der acc. pl. oder gen. lg. eines 
fubfiantivifch anomal declinierten partic. praef. (wie fijands , bili- 
tands) fein kann, folglich ein unbekanntes verbum bijan voraus 
fetzt. Da fich der acc. pl. minder gut adverbial erklären läßt, 
fo befiimme ich mich für den gen. fg., der, wenn jenes verbum 
ohngefähr bedeutet hätte praeterire , tranfire, progredi, adverbia- 
lifch pariter, ulterius, praeterea ausdrückeu könnte. Caliiglioni 
hat fchon das agf. begeondan , engl, beyond verglichen, welches 
trans , ulterius bedeutet, daneben in der form geond, yond vor 
kommt, fo daß felbft das bi praefix erfchieue und bloß jands 
übrig bliebe; ein einlilbiges verbum jan hat aber die gröfte un- 
wahrfcheinlichkeit, und die conjectur bijainds, worauf man durch 
die partikel jäind (illuc) geführt werden könnte, hilft auch nicht.
        

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