Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

110 HI. adverbia. adjectivijche. abgeleitete. 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
und anddugjö. kann neben raihtaba ein rauht«*, neben 
famaleikö ein fainaleikaba gegolten haben? 
Das aba zu erklären Icheint fchwierig. eine cafusen- 
dung ilt es nicht, 1b weit die denkmaler unferer fprache 
reichen, inan müite allo über ihre grenze hinaus in den 
ftammverwandten fprachen Tuchen. Das goth. bi, ahd. 
pi, pa, nhd. bei ilt, wie nicht bezweifelt werden kann, 
durch aphaerefis aus einem älteren aba, abi entfprungen. 
Diefin aba, abi (ganz verleb ieden vom goth. af, ahd. 
apa, de, a) entipricht das fanfkr. abhi (an, bei) *) , gr. 
Int, delfen zufammenhang mit Ilexionen des dativs, 
inHrumentalis und localis, fcharflinnig nachgewiefen wor 
den iit **). Hauptfach] ich zeigt lieh zwar die flexion B 
im lat. und ind. dat. pl. (gramm. 1, 828. 8290 ^ aber auch 
in dem Tg. tibi, iibi (den localpartikeln ibi, ubi) und 
tubhjam. Es wäre nicht unmöglich, daß in dem adv. 
raihtaba ein länglt erlofchener cafus fortdauerte, das, 
die poltpofition in die praepofition aufgelölt, durch bi 
raiktamma erläutert w r erden dürfte. 
Diefe gewagte yermuthung berechtigt uns noch nicht, 
das goth. aba unter die caiüsadverbia zu rechnen, wir 
müßen dabei liehen bleiben, es für eine dunkle ableitung 
zu halten. Pronominaladverbia (etwa J>aba, fvaba, hva- 
ba) gibt es nicht; i’ba, ibäi (num, ne) jabai (li) ahd. ipu, 
opa, von dem Hamm Ts herzuleiten hat fchon wegen 
der bedeutung von zweifei, die in der Wurzel diefer 
partikeln zu walten Icheint (gramm. 2, 50. 988), beden 
ken , das jenen adv. ähnlich klingende faühjaba (etiamfi) 
ift zufammengefelzt aus f>auli und jaba. _ 
2. Wie man aber auch von dem goth. adverbialen 
aba denken möge, darin glaube ich den rechten weg 
einzufchlagen, daß ich ihm die häufiglie ahd. adver- 
bialendung auf o zur feite Helle, raihtaba zz rehto... 
Alle denkmäler, von den al teilen bis zu N; und W. ( 
haben Handhaft (kurzes) o und 0. N. W. unbetontes. 
Nun bietet aber kein einziger cafus der ahd. Harken und 
fchwachen adjeetivdeclination o dar, außer dem offenbar 
nicht zum adv. taugenden fchwachen nom. fg. inafc. ***) 
*) verfch. von fanfkr. api, gr. ahd. urabi, lat. apud, 
wiewohl letzteres vielleicht zu abhi gehört. 
**) ßopp vergleichende zergl. dritte abh. p. 14* 15* 
***) rehtö anzunehmen oder wenigfiens rehto auf rehtö, den 
Harken acc. pl. fern, zurückzuluhren verletzt die analogie aller
        

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