Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

Vorrede. 
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Die vier letzten capilel Hellen wenn nicht eben leich 
tere, fchon mehr abgefchloßene unterfuchungen an, lu 
ihnen fcheint vielleicht die Vergleichung der fremden 
fprachen, die ich mit in den weiteren kreiß der deut- 
fchen ziehe, allzufehr vorherfchend. Man wird liolfen t- 
lich wahrnehmen, daß ich aus ihrer betrachtung immer 
noch erläulerungen der deutfclien fprachregel, die lieh 
fonft nicht dargeboten hätten, zu fchöpfen fuche. 
Seit erfcheinung der beiden erlten bände hat lieh mir 
durch fortgel'etztes lludium und durch die belehrenden 
entdeckengen anderer Io viel neues ergeben, daß manche 
abfehnitte einer gänzlichen Umarbeitung bedürften und 
ohne verbeßerung und ergänzung keiner bleiben kann. 
Angehängte nachträge würden aber jetzt wenig ausrich- 
ten. Falt gereut es mich, noch in diefem band die 
zwar theoretifch begründete, aber der tonlofen vocale 
wegen fchwer auszuführende unterfcheidung zwifchen 
e und e beibehalten zu haben. In geringerem grade 
tritt diefelbe fchwierigkeit auch bei bezeiclinung der lan 
gen vocale ein. Überhaupt wird manche, in der freude 
der erften findung zu fcharf aufgeftellte regel bei der 
anwendung vielfach gemildert werden müßen, wiewohl 
die herausgeber alter denkmale hier noch ein anderes 
gefetz zu befolgen haben, als der grammatiker, dem 
fchon ein kleines Übermaß von theorie zu gut zu halten ilt. 
Unfere quellen haben durch die glückliche bekannt- 
machung des gotliifchen zweiten briefs an die Corinther, 
welche wir dein gelehrten grafen CaRiglioni verdanken, 
durch Gralfs Diulilka und Schmellers Heliand fruchtbaren 
Zuwachs erlangt. Dem letztgenannten herausgeber war 
neulich die überrafchende entdeckung eines gedichts 
Vorbehalten, das nun ganz enlfchieden und liehet* den 
gebrauch der alliteration auch dem hochdeuliehen volks- 
ftamm zueignet; zum ärger derjenigen, welche, längft 
fchon gezwungen, ihre Verbreitung über die grenze Scan- 
dinaviens und Angelfachfens einzuräumen, fie mindeßens 
auf das nördliche Deutfchland einfehränken möchten. 
Wie vieles untergegangen ilt von dem was uns die bil- 
dung der alten Alemannen und Baiern bezeugen könnte. 
Von mehrern feiten bin ich angegangen worden, 
diefem bande ein regilter beizufügen. Die mühe es ab- 
zufaßen würde ich keinen augenblick fcheuen, w r enn 
ich mich von feiner Zweckmäßigkeit überzeugen könnte 
Denn welcherlei Wörter follte es verzeichnen? Genauere
        

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