Full text: Brief von Hugo Wegener an Wilhelm Schwaner 

........Genug auch davon. Du siehst, ich verlaufe mich immer wieder.
Ja, unser ganzes Deutschland ein einig Volk von Brüdern - aber nur, wenn wenn wir die Machthaber gewähren lassen u.[nd] unsere Einzelwünsche unterdrücken.Unsere Begeisterung für Volk u.[nd] Vaterland ist unendlich groß u.[nd] trägt unheimliche Opfer. ......läßt man sich zwangsweise 3x gegen Typhus, 2x gegen Cholera, 1x gegen Scharlach u.[nd] zum 6.x gegen Pocken die zugehörige Tranche mitspritzen. Die Medicinermacht im Soldatenmantel ......es u.[nd]  - man gehorcht. Chamberlain wundert sich, daß der Ausländer den Militarismus u.[nd] das ihn verkörpernde Preußentum fürchtet. Was der Ausländer haßt, wie jeder freie, denkende u.[nd] fühlende Deutsche, das ist nicht der Militarismus an u.[nd] für sich, sondern nur der herz- u.[nd] seelenlose Militarismus, der es nicht mehr mit Menschen u.[nd] begeisterten Deutschen, sondern mit Nummern zu tun hat. Das hat Chamberlain in seinem Aufsatz übersehen. Der Idealismus setzt darüber hinweg; ich früher auch. Ich habe aber viel davon gespürt u.[nd] verstehe deshalb die Zeit um 1848 so aus dem Inneren.
1915? Nach Upland?! Hoffen wir! Hoffen wir, daß die große Not für unser Volk nicht allzu schwer wird u.[nd] mehr die trifft, die jetzt noch allzu leichtlebig in den Tag hineinduseln.
Heil Dir u.[nd] Deinen Lieben!
Dein D.....

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