Full text: Altdeutsche Waelder. - Band 3

i54 Ueber Hartwig's von dem Hage 
r ,o 
j Wö-fflUULj. 
J i 
knie, Bezaichent mit dem crütz (si) sich; — aus den 
Tagzeiten: Daz ich in tiefen vnden mich armen gar 
gevallen spur (gevallenen sollt' cs dem Charakter 
der alten Sprache gemäß heißen, jenes ist wohl blos 
Zusammenziehung); Die laze, gesemftet aller schul 
den, dir väterlich gehulden (nimm sie zu Hulden an); 
So das ich layder missetreten Ze fünden banden 
bin geweten (gebunden), Davon ich, an der sel ver 
lorn, Muss dulden dines besems z orn. Neben diesen 
Aehnlichkeiten erscheint nun noch die auffallendere, daß 
auf beiden Seiten einige Ausdrücke und beinahe ganze 
Verse grade auf dieselbe Weise sich finden ; in der Le 
gende heißt es zu Anfang : Nach der zit, daz warer 
got Crist, väterliches willen bot, Gecrüzet . . starb; 
in den Tagzeiten Bl. 40. Dv senfter warer Got, Crist, 
väterliches willen bot. Dort lesen wir (außer dem 
oben aus dem Schluß schon angeführten): Daz ich in 
Liner lieben loß vnd in ir zal bin hußgenos; hier: Daz 
hin in diner lieben loß Ze himel werden hußgenos, 
welche Verse noch dazu zweimal vorkommen. (Marg. 
durch ir hohes lones loß; — Tagz. in vlaisches loß.) 
Alle diese Gleichförmigkeiten deuten nun unver 
kennbar nicht blos auf die nämliche Hand, sondern 
sogar auf eine ziemliche Gleichzeitigkeit, da der Verfas 
ser, Hartwig von dem Hage, doch schwerlich ganz der 
selben Ausdrücke in beiden Gedichten sich würde be 
dient haben, wenn sie ihm bei der letzteren Arbeit nicht 
aus der kurz vorher geschriebenen noch frisch in Gedächt 
niß und Uebung gewesen wären. Ich hoffe also, man 
werde diese Untersuchung als abgethan ansehen, und 
nicht entgegen seyn, daß wir mit eben so viel Recht 
das
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.