Full text: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

War König Siegsred dein Vater, solch ein Held wird gefunden 
nicht mehr: 
Du bist so schnell gewachsen, du siehst wohl aus wie er. — 
Es war spat zur Abendzeit, die Sonne zur Ruh thät sich neigen, 
Da lüstet's Orm, den jungen Geselln, zu seinem Vater hinzureiten. 
Es war spät zur Abendzeit, die Gesell'» ritten die Roße Zum Dach, 
Da lüstet's Orni, den jungen Geselln, seinen Vater zu wecken 
aus dem Schlaf. 
Und an den Berg schlug er so stark, daß der harte Felsen mußt' 
springen: 
Da hörte der im Berge lag den Schall so tief hinein dringen. 
Wer schlägt so laut hier an den Berg, wer weckt mich aus 
hartem Schlaf, 
Daß ich unter der schwarzen Erde nicht in Frieden liegen mag? 
„Das bin ich, Orm, der junge Gesell, allerliebste Sohne dein: 
So sehre bitt ich dich um Hiife, allerliebster Vater mein." 
Bist du Orm, der junge Gesell, ein Kampfer rasch und fein: 
Ein Zahr ists, da gab ich dir Silber und Gold nach allein 
Willen dein. 
„Ein Zahr ists, da gabst du mir Silber und Gold, das acht' 
ich nicht Pfennigs werth: 
Jetzt will ich Birting haben, das ist so gut ein Schwert." 
Und Birting erhältst du nicht von mir, zu gewinnen ein Mägd- 
lein hold, 
Eh du gewesen in Irland, und gerächt deines Vaters Tod. 
„Du wirf Birting mir herauf, und laß das Schwert mich tragen, 
Oder ich will den Berg über dir in fünftausend Stück zerschlagen." 
So streck hinab deine rechte Hand, nimm Birting von meiner Seite: 
Aber zerschlägst du den Berg über mir, wirst du sahen Qual 
und Leide.
	        

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