Full text: Altdänische Heldenlieder, Balladen und Märchen

essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79 
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Ich will dich, Niese, hauen so klein, wie die Luft den Staub 
durchweht, 
Oder du zeigst mir, wo dein gesammeltes Gold im Walde ver 
borgen steht. 
„Du laß das, Vidrich Vorlands Sohn, du schlag mich nicht 
zu todte 
Ich will dich führen zu dem Hans, gedeckt mit Gold so rothe. " 
Vidrich ritt, und der Riese kroch, in den Wald so tief beide 
zusammen: 
Sie fanden das Haus mit Gold gedeckt, das glanzt' in hellen 
Flammen. 
„Hier innen ist viel mehr rothes Gold, als in diesem Land 
wird gesunden: 
Du trag' hier fort den großen Stein, heb' die Thür ans den 
Angeln herunter," 
Da sprach zu ihm Vidrich Verlands Sohn, er fürchtet' die Li 
sten sein: , 
Es pfieget kein weiser Held seine Kraft zu verlieren an ei 
nem Stein. 
„Das ist wohl deine kleinste Kunst, du kannst dein Roß wohl 
wenden; 
Ich will mehr thun mit zwei Fingern, als du mit beid' deinen 
Händen." 
So nahm er den großen Stein, auf seine Schultern hob er ihn: 
Wohl wußte Vidrich Verlands Sohn, was er hät Böses im Sinn. 
Mehr als fünfzehn König vermögen, mag hier des Goldes stehen: 
„Hör du, Vidrich Verlands Sohn, du sollst zuerst eingehen." 
Da sprach zu ihm Vidrich Verlands Sohn, der kannte wohl 
sein Sinnen schlecht: 
Du selber sollst zuerst einaehn, denn das ist Kampfer Recht.
	        

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