Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

sches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
Die alten epicoena, sobald der spräche das vermögen beide ge- 
schlechter an demselben wort zu bezeichnen ausstirbt, schränken sich 
dann auf das männliche oder weibliche ein, und für das andere musz 
sonst ratli geschaft werden. 
In allen deutschen zungen scheint das wort bock unheimisch, so 
früh es schon eingang fand, unser haber verdrängte und auf andre 
männliche thiere, widder, rehhock, steinhock erstreckt wurde; von 
uns gieng es auch zu den Finnen über, wir empfiengen es aus den 
romanischen sprachen, diese wol aus den keltischen*, der zunehmen 
den abstraction sagte zu für ähnliche thiere einen allgemeinen ausdruck 
zu besitzen statt der älteren besonderen. Wie geschah es, dasz wir 
beim edelsten der zahmen thiere uns des eignen Wortes entäuszert 
lind das gewaltsam zusammengezogene unschöne pferd erborgt haben? 
das stattlichste ros war der geschmückte paraveredus und jedem an 
dern sollte allmälich gleiches ansehn verliehen werden, wie vor zahl 
losen modewörtern die alten einfachen ausdrücke wichen, auch alle 
romanischen sprachen haben dem ehrwürdigen equus entsagt, dafür 
aber das vollautige cavallo gewonnen. 
daneben gilt böhm. tjawa camelus, dalmat. deva, ungr. teve. der elefant lieiszt 
sl. slon, litth. szlapis. elepbant» selbst leitet Pott aus dem semit. aleph hindi == 
taurus indicus. 
* kaum darf das sl. byk taurus verglichen werden. 
(o) 'ff
	        

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