Full text: Geschichte der deutschen Sprache. - Band 1 und 2

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 
nach dem flusse Suevus, dieser vielmehr nach ihnen, i 
det sich ein berg Sevo Suevo (mythol. s. 337), bei Pl 
aovrjßu OQrj neben uXuvu oqt] genannt, wie er 6, 5 
nen und Suovenen (jSotwßrjvoi) auf diese aovrjßa oqtj 
FLÜSSIGE L. R 
den Suovenen erkennt Schafarik gültig Slovenen, schlägt aber dabei 
nicht die namen Suevi und Slovi an. die forlbildung -eni -ini ist wie 
in Ftxyvol Gothini. Zugleich bestätigt dies Verhältnis überhaupt ural 
ten verkehr zwischen Germanen und Sarmaten. der von diesen auf 
jene ausgegangne name kam ihnen im verlauf der zeit wieder und in 
beide formen theilten sich beide Völker dergestalt, dasz der name Sue- 
ven bei uns enger, der name Slaven unter unsern nachbarn allgemei 
ner wurde. 
Noch ein beispiel des Wechsels zwischen SV und SL scheint svä- 
dus rfivg suavis = suadvis (s. 303) abzugeben gegenüber sl. slad”k”, 
böhm. slad’ky, poln. slodki. das litth. saldus lett. salds haben für L 324 • 
andere stelle, wie dulcis neben yXvxvg, welche beide nah verwandt 
sind (wie yXtvxog und dtvxog most und vorhin glubok und dlubok.) 
schwerer einigen sich dulcis und slad”k”; dulcis aus udcis vudcis svu- 
dcis sludcis? 
Endlich entspricht das ags. svade vestigium, fries. swelhe swilhe 
lerminus dem sl. sljed” vestigium, poln. slad, böhm. sied, vgl. altn. 
slödi callis. kein zweifei, dasz sich noch andere SV : SL ergeben wer 
den (vgl. suovitaurilia mit solitaurilia.) 
Welche von beiden formen ist aber für die ältere zu halten? da 
sich im skr. svapnas und svadus zeigen, svoboda edler und dem svoi 
näher ist als sloboda, auch Suevus dem Slavus der zeit nach voraus 
geht, gebe ich dem V das höhere alter, aus der spirans entspringt 
die liquida, wje aus dem S das R. Umgekehrt ist L älter als 
die romanische, niederländische und serbische auflüsung in I oder U. 
Bisher wurde die bescbalfenbeit des L und R für sich erwogen ; 
die folgenden belrachtungen gehn auf beide zusammen. 
Beide haben in den sprachen für die Wortbildung grosze gewalt 
und kommen fast den vocalen I und U gleich, aus welchen wir sie 
oft hervorgelin sahen, während S und II auch hier wieder an A ge 
mahnen. 
Die llexion scheinen L und ursprüngliches R wenig oder gar nicht 
zu bestimmen, desto mehr einflusz auf sie üben M N und S, das in 
R Übertritt, denn alle R der llexion sind aus S entsprungen. Für 
die historische forschung bleibt es höchst wichtig, die echten oder 
alten R von den aus S erwachsnen zu sondern. 
Hervorstechende eigenthümlichkeit der slavischen zunge ist das L 
der acliven participia praeteriti, welchem ich etwa das ableitende L 
der deutschen oft aus verbis stammenden adjectiva vergleiche z. b. ahd. 
ezzal ägezzal släfal sprangal u. s. w. doch mangelt ihnen die verbal- 
kraft der sl. parlicipien. 
Die auszerordentliche Flüssigkeit des L und R zeigt sich recht an 
ihrer unstäten stelle zwischen den stummen consonanten und man musz 325 
15 *
	        

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