Full text: Der Weltkrieg 1914 - 1918 (2a)

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Dementsprechend wurde für den nächsten Tag, den 1o.1o.14., der 
Angriff befohlen, u.zwar derart, daß die rechts anschließende 71. 
Inf.Brigade den Vortritt hatte, da bei ihr weniger Widerstand zu 
erwarten war, wogwgwn das Inf.Hgt.129 den Feind zu beschäftige u. 
für die ihm bevorstehende Umfassung festzuhalten hatte. Bereits 
9 1/2 Vorm, drang das 1/129 zusammen mit den 5.Grenadieren in den 
feindlichen Stützpunkt ein. In der Verfolgung wurde Grojec ohne 
Widerstand durchschritten. Nördlich dieses Ortes bekamen wir 
bald nach links Fühlung mit der Division Bredow, deren Bekannt= 
schaft ich im Laufe des Krieges noch öfter machen sollte. Die ab= 
ziehenden Hussen stauten sich beim Übergang über den Jeziorka - 
Bach bei Gluchow, kamen zwischen zwei Feuer u. wurden ziemlich 
zusammen geschossen. 2ooo Mann ergaben sich. 5oo Gefangene hatte 
das Regiment schon vorher gemacht. 
Der Marsch wurde mit großer beschleunigung fortgesetzt. Auch 
für uns gab es beim Übergang über Jeziorka-Bach Stockungen, da 
außer den beiden Kolonnen der Div.Bredow u. der unsrigen auch 
noch Teile des XX.Armeekorps nach Norden drängten,um an der Weich= 
sei zu sichern. Nach Eintritt der Dunkelheit u. bei strömendem 
Regen wurde zunächst Tarczin erreicht. Der erhoffte Übergang zur 
Ruhe erfolgte nicht. Es ging weiter. Erst nach weiteren 12 Klm. 
wurde um 2 Uhr Nachts in Mrokow u. ?fola-Kossowka Halt gemacht. 
Das Rgt.129 hatte die Sicherung von der großen Straße in Höhe 
von Szamoty bis 8 Klm. nach links. Rechts sollte injdem großen 
Walde die 71.Brigade anschließen. Das Rgt.175 lag hinter 'uns. 
Die Anordnung von Sicherungen in Vorgerückter Nachtstunde u.bei 
großer Ermüdung ist eine gefährliche Sache. 
In der Nacht war eine Verbindung mit der rechts anschließend 
den Truppe nicht mehr zu erreichen. Das rächte sich am anderen 
Morgen. Das Tageslicht des 11.1o.14. war noch nicht ganz aufge= 
zogen, als die Russen aus dem Walde östlich der Straße heraus 
einen überraschenden Angriff auf den rechten Flügel unserer Vor« 
posten ausführten. Die hier stehenden Kompagnien 5»u.8.konnten 
sich zwar an der Straße halten, es entstand aber doch eine für 
das Regiment sehr schwierige Lage. Denn dieses war weit auseinan= 
der gezogen. Der Rgts.Stab befand sich bei Wola-Kossowka. Gleich= 
zeitig mit dem Angriff aus dem Walde setzte auch russisches Artil= 
leriefeuer aller Kaliber u. großer Treffsicherheit gegen das gan= 
(Skizzen 11,12) 
Die ersten Kämpfe vor Warschau. Lazy u. Senkocin. 
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