Full text: Der Weltkrieg 1914 - 1918 (2a)

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schon in den Ausstrahlungen des großen Wald= und Sumpfgebietes, 
das unter dem Namen "Rokitno-Sümpfe" einen großen Teil des west= 
liehen Rußland ausfüllt. Ihre Gangbarkeit war, wie sich heraus= 
stellte, wechselnd und von der Witterung abhängig. Wir hatten sie 
als ganz -ungangbar -angenommen. Das war aber nach dem trockenen 
Sommer 1915 durchaus nicht überall der Pall. Daher manche über= 
raschung. 
Die allgemeine Lage nach der Einnahme von Brest-Litowsk . 
(Kartenbeilage ¥i£§? VIII) 
Die Heeresgruppe Mackensen war bei ihrem Bestreben, die Rück= 
zugsbewegung der Russen noch in der Planke zu fassen, durch deren 
gewandte Führung doch immer wieder vor ihre Front geraten. Auch 
nach der Erkämpfung des Bug-Überganges und der Rechtsschwenkung 
nach Osten konnten weitere Angriffe den Feind nur in die von ihm 
gewünschte Richtung nach Osten zurückdrücken. Eine Besserung der 
Lage erhoffte man von der Einnahme von Brest-litowsk 
durch die sich noch Gelegenheit bieten würde die Russen no-eh von 
Süden zu fassen. Um diesj^ zu beschleunigen wurde die Bug-Armee 
in der Richtung auf K o b r y n angesetzt. 
In den frühen Morgenstunden des 26.8.15« war dann die Festung 
kampflos vom rechten Flügel der 11.Armee und linken der Bug-Ar= 
mee besetzt worden. Auf die Meldung davon bestimmte die Oberste 
Heeresleitung, daß ein Vorgehen durch das Sumpfgelände südwestl. 
und südlich von P r u z a n a nicht beabsichtigt sem. Damit war 
der weiteren Verfolgungsbewegung der Heeresgruppen ein Ziel ge= 
setzt, das allerdings noch zu erreichen war. 
Die Einnahme von Brest—litowsk war zwar ein schö= 
ner Erfolg gewesen, die Hoffnung aber der O.H.L.,noch wesentliche 
Teile des Feindes abzufangen, hatte sich nicht erfüllt. Sein Rück=s 
zug hatte sich ganz planmäßig vollzogen und war geschickt geführt 
worde. Infolge guter Vorbereitungen war uns in der Festung auch 
nur eine verhältnismäßig geringe Kriegsbeute zugefallen . Die 
Zahl der Gefangenen war gering. 
Der Rückzug der russischen Nordwestfront wälzte sich auf den 
Straßen über K o b r y n und P ru z a n a nach Osten und Nord= 
osten. Damit war die Verbindung zu der russischen Südwestfront in 
Galizien unterbrochen. Diese Lücke konnte aber strategisch nicht 
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