Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

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den sie vor Lag schon auf und kochten dem Gast ein armes Früh 
stück. Als nun die Sonne durchs Fensterlein herein schien und der 
liebe Gott aufgestanden war, aß er wieder mit ihnen und wollte 
dann seines Weges ziehen. Doch als er in der Thüre stand, 
sprach er: „weil ihr so mitleidig und fromm seyd, so wünscht 
euch dreierlei, das will ich euch erfüllen." Da sagte der Arme: 
„ was soll ich mir sonst wünschen , als die ewige Seligkeit, und 
daß wir zwei, so lang wir leben, gesund find und unser noth- 
dürftiges, tägliches Brot haben; fürs Dritte weiß ich mir nichts 
zu wünschen." Der liebe Gott sprach: „willst du dir nicht ein 
neues Haus für das alte wünschen?" Da sagte der Mann, ja, 
wenn das ging, wärs ihm wohl lieb. Nun erfüllte der Herr ihre 
Wünsche und verwandelte ihr altes Haus in ein schönes neues, 
und als das geschehen war, verließ er sie und zog weiter. 
Als es voller Lag war, der Reiche aufstand und sich ins 
Fenster legte,, sah er gegenüber ein schönes neues Haus stehe» 
statt der alten Hütte. Da machte er Augen, rief seine Frau und 
sprach: „Frau, sieh einmal, wie ist das zugegangen? Gestern 
Abend stand dort eine elende Hütte und nun Lsts ein schönes neues 
Haus; lauf doch einmal hinüber und hör', wie das gekommen ist." 
Die Frau ging hin und fragte den Armen aus, der erzählte ihr: 
„gestern Abend kam ein Wanderer, der suchteNachtherberge, und 
heute Morgen beim Abschied hat er uns drei Wünsche gewährt: 
die ewige Seligkeit, Gesundheit Ln diesem Leben und das noth- 
därftige tägliche Brot und statt unserer alten Hütte ein schönes 
neues Haus." Als die Frau des Reichen das gehört hatte, lief 
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