Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

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Der junge Riese. R 
Ein Bauersmann hatte einen Sohn, der war so groß wie ^ 
ein Daumen und ward gar nicht größer, und wuchs in etlichen ^ 
Jahren nicht Haarbreit. Einmal wollte der Bauer ins Feld gehen 
und pflügen, da sagte der Kleine: „Vater, ich will mit hinaus." 
„Nein, sprach der Vater, bleib du nur hier, draußen bist du ^ 
zu nichts nutz, du könntest mir auch verloren gehen." Da fing ^ 
der Däumling an zu weinen, und wollte der Vater Ruhe haben, ^ 
mußt' er ihn mitnehmen. Also steckte er ihn in die Tasche und # 
auf dem Felde that er ihn heraus und setzte ihn in eine frische ^ 
Furche. Wie er da so saß, kam über den Berg ein großer Riese ^ 
daher. „ Siehst du dort den großen Butzemann?" sagte der Va- ^ 
ter und wollte den Kleinen schrecken, damit er artig wäre, „der w 
kommt und holt dich." Der Riese aber hatte lange Beine, und p 
wie er noch ein Paar Schritte gethan, da war er bei der Furche, Z 
«ahm den kleinen Däumling heraus und ging mit ihm fort. Der § 
Pater stand dabei, konnte vor Schreck kein Wort sprechen und % 
glaubte, sein Kind wäre nun verloren, also, daß er's sein lebtag n 
nicht wieder sehen würde. b 
Der Riese aber nahm es mit sich und ließ es an seiner Brust g 
saugen, und der Däumling wuchs und ward groß und stark nach k 
Riesen- Art und als zwei Jahre herum waren, ging der Alte mit . v 
ihm Ln den Wald und wollt' ihn versuchen und sprach: „zieh dir 3 
da eine Gerte heraus." Da war der Knabe schon so stark, daß 1
	        

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