Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

?aupt Loch, da lauerte ihr der alte König zu und vernahm ihr 
Feld Schicksal von Worr zu Wort. Da war's gut und Königskleider 
' nu» wurden ihr alsbald angethan und es schien ein Wunder, wie sie 
Gän- ft schön war; der alte König rief seinen Sohn und offenbarte 
ie sich jhm, daß er die falsche Braut hätte, die wäre bloß ein Kam- 
Gleich mermädchen, die wahre aber stände hier, als die gewesene Gänse- 
rnagd. Der junge König aber war herzensfroh, als er ihre 
Schönheit und Lugend erblickte und ein großes Mahl wurde an 
gestellt, zu dem alle Leute und guten Freunde gebeten wurden, 
obenan saß der Bräutigam, die Königstochter zur einen Seite 
und die Kammerjungfer zur andern, aber die Kammerjungfw 
war verblendet und erkannte jene nicht mehr in dem glänzenden 
arß ei Schmuck. Als ste nun gegessen und getrunken hatten und gutes 
t# Muths waren, gab der alte König der Kammerfrau ein Räthsel 
)arast auf: was eine solche werth wäre, die den Herrn so und so be- 
hem trogen hätte, erzählte damit den ganzen Verlauf und fragte: 
fernst „welches Urtheils ist diese würdig?" Da sprach die falsche 
sagen, Braut: „die ist nichts beffers werth, als splinternackt ausgezogen 
eil'Ä in ein Faß inwendig mit spitzen Nageln beschlagen geworfen zu 
in st werden, und zwei weiße Pferde davor gespannt müssen sie Gaß 
ten," auf Gaß ab zu Tode schleifen!" „Das bist du, sprach der alt? 
dose« König, und dein eigen Urtheil hast du gefunden und darnach soll 
Damit dir widerfahren, " welches auch vollzogen wurde; der junge König 
; Ms, vermählte sich aber mit seiner rechten Gemahlin und beide be- 
Kam- herrschten ihr Reich in Frieden und Seligkeit, 
oben
	        

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