Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 1)

es an und besah die Wohnungen des Himmelreichs, jeden Lag 
' schloß es eine auf, bis die zwölfe herum waren. In jeder aber 
saß ein Apostel und war so viel Glanz umher, daß es sein Leb 
tag solche Pracht und Herrlichkeit nicht gesehen und es freute sich 
darüber und die Englein, die es immer begleiteten, freuten sich 
-nit ihm. Nun war nur noch die verbotene Thüre übrig, da em 
pfand es doch eine große Lust, zu wissen was dahinter verborge« 
wäre und sprach zu den Englein: „ganz aufmachen will ich sie 
nicht, aber ein bischen aufschließen, damit wir durch den Ritz se 
hen." „Ach nein, sagten die Englein, das war Sünde, die Jung 
frau Maria hats verboten und könnte leicht dein Unglück werden." 
Da schwieg es still, aber die Lust und Neugier in seinem Herzen 
schwieg nicht still und pickte ordentlich daran. Und als die Eng 
lein einmal weggegangen waren, dachte es, nun bin ich ganz al 
lein, wer siehts dann! und holte den Schlüssel. Und als es ihn 
geholt hatte, steckte es ihn auch in das Schlüsselloch und als es 
ihn hineingesteckt hatte, drehte es auch um. Da sprang die Thü 
re auf und es sah im Feuer und Glanz die Dreieinigkeit sitzen 
und rührte ein klein wenig mit dem Finger an den Glanz, da 
ward er ganz golden. Da ward ihm Angst und es schlug die 
Thüre heftig zu und lief fort. Die Angst wollt auch nicht wie 
der weichen, es möcht anfangen was es wollte und das Herz 
klopfte in einem fort und wollt nicht ruhig werden, auch das 
Eold blieb an dem Finger und ging nicht ab, es mochte waschen 
so viel es wollte. 
Nach wenigen Lagen kam die Jungfrau Maria von ihrer
	        

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