Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 1)

senes Lellerlein naher, damit wir zusammen essen. Voll Verdruß 
that sie auch das und der Frosch ließ sichs wohl schmecken, aber 
ihr blieb jedes Bißlein im Hals. Dann sprach er: „nun hab ich 
Wich satt gegessen, und bin müd, trag mich hinauf in dein Käm 
merlein, und mach dein seiden BeLLlein zurecht, da wollen wir 
uns schlafen Legen." Da fing die Königstochter an zu weinen, 
gar bitterlich, und fürchtete sich vor dem kalten Frosch, den ge 
traute sie sich nicht anzurühren und der sollte nun in ihrem schö 
nen, reinen Bettlein schlqfen." Der König aber blickte sie zornig 
<m und sprach: „was du versprochen hast, sollst du auch halten, 
und der Frosch ist dein Geselle." Da half nichts mehr, sie mogte 
wollen oder nicht, sie mußte den Frosch mitnehmen. Sie war 
scher in ihrem Herzen bitterböse, packte ihn mit zwei Fingern und 
trug ihn hinauf und als sie im Bett lag, statt ihn hinein zu He 
den, warf sie ihn aus allen Kräften an die Wand: „nun wirst 
4u Ruhe haben, du garstiger Frosch! 
Was aber herunter siel, war nicht ein todter Frosch, sondern 
ein lebendiger, junger Königssohn mit schönen und freundlichen 
Augen. Der war nun von Recht und mit ihres Vaters Wille ihr 
Ueber Geselle und Gemahl. Da schliefen sie nun vergnügt zusammen > 
ein und am andern Morgen, als die Sonne sie aufweckte, kam ein 
Wagen herangefahren mit acht weißen Pferden bespannt, die waren 
mit Federn geschmückt und ginget in goldenen Ketten, und hinten 
stand der Diener des jungen Königs, das war der treue Heinrich. 
Der treue Heinrich hatte sich so betrübt, als sein Herr in einen 
Frosch perwandelt worden, daß er drei ei-fauie Bande hatte müs-
	        

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