Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 1)

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zusammenkehren wollte, sprach der Koch: „laß das gut seyn, bis « 
morgen und koch da die Suppe für den König, ich will auch ein- d' 
mal ein bischen oben zuguckon; aber laß mir kein Haar hineü „ 
fallen, sonst kriegst du in Zukunft nichts mehr zu essen!" Da ci 
ging der Koch fort, und Allerlei-Rauh kochte die Suppe für den 
König und kochte eine Brotsuppe so gut es konnte, und wie sie 
fertig war, holte es in dem Stallchen seinen goldenen Ring und I 
legte ihn in die Schüssel, in welche die Suppe angerichtet ward. t« 
Als der Tanz zu Ende war, ließ sich der König die Suppe brin- kc 
gen, und aß sie und sie schmeckte ihm so gut, daß er meinte nie- in 
malß eine so gute Suppe gegessen zu haben. Wie er aber auf d. 
den Grund kam, sah er da einen goldenen Ring liegen und konnte T 
nicht begreifen, wie er dahin gerathen war. Da befahl er, der ih 
Koch sollte vor ihn kommen; der Koch erschrak, wie er den Be- ' de 
fehl hörte und sprach zu Allerlei-Rauh: „gewiß hast du ein zu 
Haar in dis Suppe fallen lassen, wenns wahr ist, so kriegst du ni 
Schlage. Als er vor den König kam, fragte dieser, wer die S 
Suppe gekocht hätte? , Antwortete der Koch: „ich habe sie ge- di 
kocht." Der König aber sprach: „das ist nicht wahr, denn sie ho 
war anders und besser gekocht." Antwortete er: „ich muß es / da 
gestehen, daß ich sie nicht gekocht habe, sondern das Rauhthier- Ki 
chen." Sprach der König: „laß es herauf kommen;" und als vo 
Allerlei-Rauh kam, fragte er: „wer bist du?" „Ich bin ein da 
armes Kind, das keinen Vater und Mutter mehr hat," antwor- wi 
Lete es. Fragte er weiter: „wozu bist du in meinem Schloß?" se^ 
Antwortete es: „ich bin zu nichts gut, als daß mir die Stiefeln sie
	        

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