Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 1)

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Frau sagte: „ich hab' aber nichts als Käsebrot." „Nun gibs 
nur her," antwortete der Mann, sah das Bürle an und rief's: 
„komm, und iß noch einmal mit!" Bürle ließ sich das nicht 
zweimal sagen, stand auf und aß mit. Darnach fragte der Mül« 
ler: „was hast du da bei dir im Fell?" Antwortete das Bürle: 
„da hab ich einen Wahrsager drin." „Kann der mir auch wahr 
sagen?" sprach der Müller. „Warum nicht! sagte Las Bürle, 
er sagt aber nur vier Dinge, und das fünfte behält er bei sich." 
Der Müller war begierig und sprach: „laß ihn einmal wahrsa 
gen." Da drückte Bürle dem Rab auf den Kopf, daß er quackte 
und krr! machte. Sprach der Müller: „was hat er gesagt?" 
Bürle antwortete: „erstens hat er gesagt, es steckte Wein unterm 
Kopfkissen." „Das wäre des Guckgucks!" rief der Müller ging 
hin und fand den Wein. — Nun weiter sprach der Müller. 
Das Bürle ließ den Raben wieder quacksen und sprach: ,Zwei 
tens hat er gesagt, wäre Braten in der Ofenkachel." „Das 
wäre des Guckgucks!" rief der Müller, ging hin und fand den 
Braten. Bürle ließ den Raben noch mehr weissagen und sprach: 
„drittens, hat er gesagt, wäre Salat auf dem Bett." „Das 
wäre des Guckgucks!" rief der Müller, ging hin und fand den 
Salat. Endlich drückte das Bürle den Raben noch einmal, daß er 
knurrte und sprach: „viertens hat er gesagt, wäre Kuchen unterm 
Bett." „Das wäre des Guckgucks!" rief der Müller, ging hin 
und fand den Kuchen. 
Nun setzten sich die zwei zusammen an den Tisch, die Mülle 
rin aber kriegte Todesängste, legte sich ins Bett und nahm alle
	        

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