Full text: Kinder- und Haus-Märchen (Bd. 2)

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entstanden, welcher die Erdmänner sonst zu gehor 
chen pflegen, wie in Nr. 6. das blaue Licht tst ein 
Irrwisch, dan. Vättelys (Geisterlicht) und Lygte- 
mand, der Herr des Zwergleins. Schartlin's Ausru 
fung war: „blau Fe^uer!" welche Worte sich auch 
mehrmals bei Hans Sachs finden. 
Zr. 
Das eigensinnige Kind. 
lHessisch.) Einfach kindliche Lehre, wie im Mär 
chen vom alten Großvater I. 73. und vom gestohlenen 
Heller I. 7. Das Herauswachsen der Hand aus dem 
Grabe ist ein weitverbreiteter Aberglaube und gilt 
nicht blos von Dieben, sondern von Frevlern an ge 
bannten Bäumen, (Schillers Tell Act. 3. Sc. 3 -) 
yon Vatermördern (Wunderhorn I. -26.) In 
Schimpf und Ernst ist noch eine andere Erzählung 
von einem Arm, der aus dem Grab hervorreckt (dan. 
Ausg. p. 2I8-* Es ist auch nur eine blose Verände 
rung dek^ nämlichen Idee, wenn aus dem Hügel und 
Mund Begrabener^ Blumen oder beschriebene Zet 
tel, ihre Schuld oder Unschuld anzuzeigen, wachsen. 
Es ist auch die Sage und der Glauben, daß dem, 
welcher seine Ettern schlägt, die Hand aus der Erde 
wächst; so ist der Fuchsrhurm auf dem Hausberg bei 
Jena der kleine Finger eines versunkenen Riesen, der 
Hand an seine Mutter gelegt hatte. 
32 . 
Die drei Feldscherer. 
(Aus Zwebrn.) Die Gesta Romanor. ldeutsche 
Äusq. i 48 y. Cap. Z7. lat. Cap. 76.) enthalten ein 
ähnliches Märchen. Zwei geschickte Aerzte wollen, 
um allen Zank zu schlichten, ihre Kunst an einander 
erproben; der sich geringer zeigt, soll des andern 
Jünger werden. Der eine zieht durch Hülfe einer 
edlen Salbe ^ohne Schmerz und Verletzung dem an 
dern die Augen aus, legt sie auf den Lisch und setzt 
sie eben so leicht wieder ein. Der andere will nun 
dasselbe Kunststück auch vollbringen, zieht jenem mit 
seinen Salben nun die Augen heraus und legt sie auf 
den Tisch, als er sich aber bereiter, sie wieder einzu 
setzen, kommt ein Rabe durch das offene Fenster und 
holt schnell ein Auge weg und fnßts. Der arbeiten 
de ist in Noth, denn kann er das Aug nicht wieder 
einsetzen, wird er dem andern unrerthänig; da schaut 
er sich um und erblickt eine Ziege, dieser nimmt er 
eilends das eine Auge und setzt es seinem Gesellen für 
das fehlende ein. Als er ihn fragt, wie es ihm vor 
komme, antwortet er, Verletzung und Schmerz ha 
be er nicht gespürt, aber eins seiner Augen schaue im-> 
wer über sich zu den Bäumen (wie nämlich dre Zie 
gen nach dem Laub thun), das andere unter sich. — 
Das eingesetzte Herz erinnert an Hrugnir's steiner- . „ 
nes und das seinem Diener Mokurkalfr eingesetzte Vnf J&V 
Pferdeherz u. s. w. Zu dem Einsetzen fremd er Au- , p iu Vo/ 
ger^vgl. auch das Märchen von der Nachtigall und 1/7^** 
^Blindschleiche (1.6.) und nähere Einsicht m'ßteleh-^^^ 
ren in wie fern ein altdeutsches Gedicht „von einem / + L 
König der Katzenaugen gewann" (Schlegels Mus. ' h, > 
IV. p. 4 iü.N^-Uvhierher gehört. ' V 7 ' 
35 * ‘KaAnM. y, piJv'oVm. 
Der Faule und der Fleißige. '»&) <yr<%Kr • 
(Aus der Scbwalmgegend.) Die Erlösung durch 
einen Kuß kommt häufig in den Sagen vor. 
34 * 
Die dvei Handwerksp urschen. 
Nach einer Erzählung aus Dwehrn und einer an 
dern aus der Leinegegend. In der letztern ist ab 
weichend, daß der Wirth den Getödreten begräbt, 
aber ein Freund desselben kommt, entdeckt sein Pferd 
im Wirthsstall und sein Hund scharrt unter der Dach 
traufe, wo der Ermoroere vergraben lieqt, einen 
Arm heraus, dessen Kleidung er wieder erkennt.
	        

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