Full text: Kinder- und Haus-Märchen ([1])

men sie auch ihr kleines Kind mit, bei der Ar- 
beit legen sie das draußen hinter die Hecke, da 
leg du dich daneben, als wenn du es bewachen 
und da ruhen wolltest; alsdann will ich kom 
men und das Kind wegnehmen, und du mußt 
m>r nachspringen, was du kannst, und mir es 
abjagen, dann werden sie glauben, du habest 
ihr Kind errettet, dadurch wirst du in völlige 
Gnade kommen und sie werden dirs an nichts 
fehlen lassen dein Lebelang." Das gefiel dem 
Hund gut und ward, wie es verabredet war, 
ausgeführt; der Wolf lief ein Stück Wegs, 
und als ihn der Hund eingeholt hatte, ließ er 
das Kind fallen, und der Hund trug es feinem 
Herrn zurück. Da rief der Bauer überlaut: 
„weil der alte Sultan unser liebes Kind dem 
Wolf wieder abgejagt hat, soll er leben bleiben 
und das Gnadenbrod haben. Frau, geh heim 
und koch ihm einen Weckbrei, den kann er gut 
hinunterschlucken, und mein Kopfkissen soll er 
zu seinem Bert haben, so lang er lebt." Also 
hatte es der Hund auf einmal so gut, daß er 
sichs nicht besser wünschen konnte. Der Wolf 
kam zu ihm und freute sich, daß es so wohl 
gelungen war: „du wirst nun auch nichts da, 
gegen haben, und mir bchülflich seyn, wenn ich 
deinem Herrn ein fett Schaf wegholen kann." 
Der Sultan aber war seinem Herrn treu und 
sagte ihm, was der Wolf im Schilde führe, da 
paßt' ihm dieser in der Scheuer auf, und als 
er kam und sich einen guten Bissen holen woll 
te, kämmte er ihm tüchtig die Haare. Der 
Wolf war darüber gewaltig aufgebracht, schalt 
den alten Sultan einen schlechten Kerl und for 
derte ihn heraus, die Sache auszumachen. 
Sie besiellten sich vor den Wald, und je 
der sollte einen Secundanken mit sich bringen. 
Der Wolf war zuerst auf dem Platz und hatte 
das wilde Schwein zu seinem Beistand mitge 
nommen, der Hunh hatte niemand als eine 
lahmß^«tzd.be^MMen, können, «ä ging end 
lich mit'der ^ abf^Wie sie aber der Wolf und 
das wilde Schwein von weitem kommen, und 
die Katze beständig Hüpfen sahen, glaubten sie 
die Katze höb jedesmal einen Stein auf, da 
wurde ihnen beiden Angst, und das wilde 
Schwein verkroch sich in das Laub, der Wolf 
aber sprang auf einen Baum. Der Gegenpart 
kam herack, und beide wunderten sich, daß nie 
mand da war. Das wilde Schwein aber in dem 
Laub zwickte mit den Ohren; wie die Katze sich 
etwas regen sah, sprang sie drauf zu, biß und 
kratzte; da hob sich das Schwein mit Geschrei 
in die Höhe, lief fort und rief noch zurück: 
„dort oben auf dem Baum, da sitzt der Schuld 
ner." Da kam es an den Tag, daß der Wolf 
sich verkrochen hatte, und wollte er herunter, 
mußte er sich zum Frieden bequemen, 
l/v. !\ r )r*lAi-4n.
	        

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