Full text: Brief von Louis Spohr an Adolf Friedrich Hesse

sität ausgeführt wurde die mich ganz hinriß. 
Erstaunlich war mir auch der Enthusiasmus
des Orchester und der vielen andern, als
Zuhörer anwesenden Künstlern. Es war
ein schöner Morgen!
In den letzten 14 Tagen hatten wir 2
interessante Concerte im Theater, beyde
von Rudolph Willmers gegeben. Sein
Spiel ist höchst vollendet und vereint wirk-
lich die Vorzüge aller andern Clavier-
virtuosen. Seine Kompositionen sind
leider bey weitem nicht so gut und er
hätte besser größtentheils fremde Sachen
zu spielen. Dieß that er in Privatge-
sellschaften sehr häufig und nie habe ich
Beethovensche Trio‘s so wie 2 von den mein-
igen aparter und geschmackvoller vor-
tragen hören. Auch die Henselt‘schen
und Chopin‘schen Kompositionen spielt
er in höchster Vollendung und entzückt alle
Welt damit. Dabey haben die Instrumen-
te unter seinen Händen einen Wohlklang
der ganz hinreißend ist und den es wahr-
scheinlich noch der Humnmel‘schen Schule verdankt.
Ich wünschte, er käme auf seiner Reise nach Wien
auch nach Berlin! –
Für Ihr Bild, welches sehr ähnlich, aber nicht
geschmeichelt ist, den besten Dank. Zu Ihrer
neuen Bürde unsern herzlichen Glückwunsch!
Von allen Ihren hiesigen Bekannten freundliche
Grüße! Von Herzen der Ihrige Louis Spohr

Volltext von: Karl Traugott Goldbach, Spohr-Briefe www.spohr-briefe.de/briefe-einzelansicht?m=1844103101

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