Full text: Gebäude des Mittelalters zu Gelnhausen

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dieser Fenster haben Glasmalereien mit Darstellungen aus der biblischen 
Geschichte, die Verkündigung Maria’s, die Geburt des Heilandes und hierauf 
Bezug habende Gegenstände. Diese sinnig geordneten Gemälde werden von 
geschmackvoll erfundnen Arabesken umschlossen, deren Farbenschmelz sich 
völlig frisch erhalten hat. Zwischen diesen Fenstern sind von drei mit den 
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Pfeilern verbundnen Halbsäulen die Gewölbbögen getragen, deren Ribben, aus 
einem Rundstab und zwei Hohlkehlen mit Plättchen gebildet, in dem mit dem 
agnus Dci , zwei Rosen und mit Distelblättern verzierten Schlufssteine sich 
vereinigen. 
Zur R echten in diesem Theil des Chors führt eine Thtire nach der 
Sakristei. Neben dieser sind einige steinerne Schränke, wahrscheinlich zu 
Autbewahrimg der Mefsbücher und Kirchengeräthschaften dienend, erbaut, 
Werke späterer Zeit, wie die rohe Arbeit an ihnen beweist. 
Diesen gegenüber steht ein, aus Stein erbautes kunstvoll gearbeitetes offnes 
Schränkchen, dessen reiche Verzierungen bis hoch ins Gewölbe emporsteigen, 
wahrscheinlich ein Vermächtnifs aus vorprotestantischer Zeit, in welchem aus 
den Vermächtnifsgeldern zur Ehre Gottes eine brennende Lampe unterhalten 
wurde. Den Stifter indessen nennt keine Urkunde. Das, die Krönung eines 
Fürsten darstellende basso - rilievo im Spitzbogen könnte uns einen erlauchten 
Vermächtnifsstifter vermuthen lassen. Zu den Fiifsen der gekrönt werdenden 
Figur erblickt man ein blaues Wapenschild mit springendem Hirsch. 
Das Ganze ist mit einem schalldeckelförmigen Ueberbau versehen, dessen 
äusseren Rand Mauerzinnen verzieren. Die untere Seite enthält ein Gemälde, 
welches auf Wolkengrund den Erlöser in Rosagewand, goldgesäumten Purpur- 
Mantel erscheinen läfst. Das von Purpurschein umflossne Haupt des Heilandes 
schmückt eine Kaiserkrone; mit der Rechten segnet er, während er in der 
Linken die Weltkugel hält. Zwei Engel, der eine in Gold- der andere in 
Rosagewand, deren Flügel weifs, rosa und golden schimmern, spielen Lauten. 
Der Hauptaltar ist von Stein und trägt einen höheren Aufsatz in Form 
eines Schrankes, welchen gemalte Tliüren verschliefsen. Leber diesem 
Altarschrank ist eine mit gothischem Schnitzwerk reich geschmückte Galerie
	        

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