Full text: Gedichte

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Durch der Wogen wildes Brausen 
Hör' ich Orpheus süßen Ton. 
Hin, wo uns're Helden hausen, 
Sink' ich, hellumstrahlt vom Ruhm, 
Selig in's Elysium. 
Rauschet, meiner Cither Klänge, 
Rauschet, wie Triumphgesänge, 
Meiner Lieder letztes Lied! 
Du Thalassa, die den Bogen 
Um der Menschen Länder zieht, 
Schlage deine großen Wogen, 
Wie ein Harmonienmeer, 
Majestätisch um mich her!" 
Nun springt er hinaus in der Wellen Toben, 
Die sich bei dem Klange des Liedes erhoben. 
Und, gelockt von seinem erhabenem Spiel', 
Umschwimmen erstaunt, und umhüpfen munter 
Der bläulichen See lebendige Wunder, 
Nereiden, Tritonen und Fische, den Kiel. 
Und sieh! ein Delphin beut Arion den Rücken, 
So zieht er dahin; mit Gesang zum Entzücken 
Durchrudert er stolz die beruhigte Fluth. 
Als der Fährmann kommt zu Tänaros Strande, 
Da steiget Arion gerettet zum Lande. — 
Der Sänger steht in der Götter Hut.
	        

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