Full text: Gedichte

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An P. Klein's Grabe. 
(15. Oktober 1855.) 
Auch Du? so jung, so frisch, die Brust voll Lieder, 
Das Herz voll Hoffnung, das Gemüth so traut! 
Und nun erstarrt die Augen, die so bieder, 
So froh und gläubig in die Welt geschaut! 
Leb' wohl, o Freund — schon rollt die Scholle nieder 
Leb' wohl! ach, mit der Scholle dumpfem Laut 
Hör' ich den letzten ird'schen Klang verschweben 
Von Deinem reichen und geliebten Leben! 
Doch wen beklag' ich? Wenn uns Todesmahnen 
Und Klagelieder hier am Grab' umweh'n; 
Wenn Deine Schüler mit beflorten Fahnen, 
Mit Thränen Deine Freunde Dich umsteh'n — 
Sieht unser Glaube Dich auf Sonnenbahnen, 
Ein freud'ger Held, dem Ziel entgegengeh'n. 
Und rein die Freude droben zu erfassen, 
Hast Du der Erde Leib und Schmerz gelassen.
	        

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