Full text: Gedichte

146 
Empfang' die Lieb' als Balsam Deiner Schmerzen, 
Und für die uns'rigen sei Du der Lohn, 
Damit uns so, mit Gott verbunden, 
Das Leid vergeht, vernarben uns're Wunden. 
Gott sei geklagt, die Jungen und die Alten, 
Sie fragen sich, was Deine Schritte hemmt? 
Der Vater weiß, mit welchen Trotzgewalten 
Der böse Geist sich Dir entgegenstemmt; 
Doch wenn die Kinder ihre Händchen falten 
Und Abends fragen, wann ihr Bischof kömmt, 
Dann sagt die Mutter leise wieder: Morgen. 
Das Kind entschläft, die Mutter wacht in Sorgen. 
O komm, sieh, alle Tage wird es trüber, 
Die alte Zeit scheintodt stieg aus dem Grab, 
Nicht ist, seitdem Du gingst, der Sturm vorüber, 
Kein Retter uns erschien, der Frieden gab. 
So komm denn Du, den Hermelin wirf über, 
Gebiet dem Sturm mit Deinem gold'nen Stab, 
Laß auf die Wogen, die wir bang durchlenken, 
Sich Dein gewohnter Segen niedersenken.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.