Full text: L. Späth, Baumschule, Baumschulenweg bei Berlin

dow, Buckow, Bohns- 
dorf und Rixdorf, so 
dass jetzt, wie gesagt, 
der gesamte Grund- 
besitz der Baumschule 
eine zusammenhängen- 
de Fläche von ca. 
900 Morgen einnimmt. 
Während man früher, 
um nach den Späth- 
schen Baumschulen zu 
gelangen, von Rixdorf 
aus noch eine respek- 
table Fusswanderung 
antreten musste, er- 
reicht man sie jetzt am 
bequemsten von der an 
der Görlitzer Bahn ge- 
legenen Station Baum- 
schulenweg (Berliner 
Vorortverkehr) aus, 
welche nach der Baum- 
schule ihren Namen 
trägt. Von der ge- 
nannten Station ab 
führt eine gute mit 
schattigen Bäumen be- 
pflanzte Chaussee in 
etwa 20 Minuten zur Späthstrasse, an welcher die schlossartige Villa des Besitzers mit dem sogenannten Arboretum 
liegt und die Baumschulen ihren Anfang nehmen. 
Das sogenannte Arboretum ist ein landschaftlich angelegter Baumgarten in der Grösse von etwa 18 Morgen, 
in .welchem in mustergültiger Weise fast sämtliche Arten von Zierbäumen, Ziersträuchern und Nadelhölzern ange- 
pilanzt sind, welche in der Späthschen Baumschule in grossen Massen für den Handel herangezogen werden. 
Gegen 6000 verschiedene Arten und Sorten erfreuen hier das Auge des Kenners und Liebhabers. Von den Grossen 
ihrer Zeit, welche im Laufe der Jahre der Späthschen Baumschule einen Besuch abstatteten, hat sich der eine oder 
andere durch eigenhändige Anpflanzung eines Baumes hier verewigt. So pflanzte Fürst Bismarck 1884 am Haupt- 
eingange zu diesem Garten eine ungarische Silberlinde, die sich inzwischen zu einem starkkronigen Baume aus- 
gewachsen hat. Vier Jahre später pflanzte Generalfeldmarschall Graf Moltke als Gegenstück hierzu eine Varietät 
der amerikanischen Sil- 
berlinde, die ihm zu 
Ehren. Tilia americana 
Moltkei benannt wurde. 
Bemerkenswert ist in 
diesem Arboretum, von 
botanisch und gärtne- 
risch Hervorragendem 
ganz abgesehen, auch 
ein von der Späth- 
schen Baumschule ein- 
geführter Kirschlorbeer 
vom Schipkapass, wel- 
chen Grossherzog Peter 
von Oldenburg eigen- 
händig pflanzte. 
An das Arbo- 
retum schliesst sich der 
Obstmustergarten an, 
welcher ein reiches 
Sortiment der hervor- 
ragendsten Obstsorten, 
in den Verschieden- 
artigsten Natur- und 
Kunstformen gezogen, 
enthält. Die bisher er- 
wähnten Anlagen be- 
finden sich links von 
 
Bild oben rechts: 
Spalierobstgarten. 
Bild unten links: 
Vermehrungsabteilung. 
 

	        

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