Full text: Manuscripta theologica : Die Handschriften in Folio

Geschichte 
Mühlhausener Antiquitätengeschäft entdeckten Handschriften 20 Ms. theol. 60 
(Abdinghofer Evangeliar) und 28 Ms. poet. 3 durch die Polizei beschlagnahmt. 
Im wesentlichen aufgrund des Einsatzes des Archivars Lösche und des Archiv- 
referenten beim Rat des Bezirkes Erfurt, Wallraf, wurden dann im Frühjahr 1956 
in Wendehausen und Umgebung unter 70-80 Einheiten Bibliotheksgut auch 28 
Ms. theol. 65 (Flavius Josephus) und 28 Ms. astron. 1 sichergestellt. Anschließend 
gelangten die Bücher über das Thüringische Hauptstaatsarchiv in Weimar wohl 
bis Oktober 1956 in die Handschriftenabteilung der Deutschen Staatsbibliothek, 
Berlin, zur treuhänderischen Verwahrung und wurden vorbildlich betreut. Von 
dort wurden sie im November 1989 zurückgegeben. Das Euangelion 28 Ms. theol. 
61, das nicht nach Berlin gelangt war, sondern vorher am Auslagerungsort ent- 
wendet worden war, wurde im Dezember 1988 von der Lutherhalle / Wittenberg 
in einem ostdeutschen Antiquariat erworben und gelangte erst im Dezember 1989 
durch Rückkauf wieder nach Kassel. Während von den zwei noch fehlenden 
Handschriften 88 Ms. theol. 1 (Biblia) und 20 Ms. theol. 59 (Evangeliar aus Hel- 
marshausen) sich die Existenz der Bibel noch bis September 1949 belegen läßt - 
der Pfarrer von Wendehausen, J. Steinwachs, hatte die Handschrift getrocknet 
und dem Finder zur Verwahrung gegeben - fehlt von 28 Ms. theol. 59 z. Z. noch 
jede Spur. 
Mit der Verzeichnung der mittelalterlichen Handschriftenbestände der Landesbi- 
bliothek Kassel erfolgt ein wichtiger Schritt in der Erforschung der literarischen 
Kultur der Landgrafschaft Hessen im Mittelalter. Ohne die Verzeichnung der 
Handschriftenbestände der UB Marburg und der abertausenden Handschriften- 
fragmente des StA Marburg, oft membra disjecta zu den Fragmenten der Kasseler 
Handschriftensammlung, bleibt diese Arbeit nur Stückwerk. 
XXXIV
	        

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