Full text: Manuscripta theologica : Die Handschriften in Folio

Geschichte 
Diese Problematik läßt sich hier an zwei Beispielen zeigen. Zu 28 Ms. theol. 38 
schrieb Kallenbergl: „eum saltem post an. 1411 confectum esse probat praesentia 
festi duplicis gradus S. Basilii, quod an. 1411 praescriptum fuit, et festi S. Cyrilli, 
quod prima vice an. 1399 et secunda an. 1411 praescriptum fuit. An. 1440 et 1456 
institutum fuit ut festum S. Lazari celebraretur ut unius episcopi et martyris. In 
praesenti codice S. Lazarus adhuc ut episcopus confessor qualificatur, quod vi- 
detur indicare codicem ante eos annos exaratum fuisse, dum e festo trium lectio- 
num S. Mauri an. 1425 ut terminus ante quem statui possit, quia eo anno prae- 
dictum festum ad gradum novem lectionum elevatum est8. Die Datierung des 
Wasserzeichens zeigt aber, daß die Handschrift erst um 1466 entstand. 28 Ms. 
theol. 133 enthält sogar zwei sich widersprechende Angaben. Das Fehlen des 
Festum Visitationis BMV (eingerichtet 1389 Nov. 9) weist auf eine Entstehung 
dieser Handschrift v o r diesem Datum, das Adverb moviten vor der in dieser 
Handschrift enthaltenen Bulle „Transiturustl (datiert: 1389 Nov. 13) auf eine Ent- 
stehung kurz n a c h 1389 hin. Solange eine Datierung aufgrund liturgischer 
Kriterien nicht durch weitere Beweisgründe (Wasserzeichen, Schrift, kunsthisto- 
rische Gründe) gestützt werden kann, muß man sich ihrer eingeschränkten Si- 
cherheit bewußt sein. 
Weitere 46 Handschriften und -fragmente, darunter 88 Ms. theol. 40-42 und der 
Liber ordinarius chori maioris ecclesiae Fuldensis des Michael Drisch (88 Ms. 
Hass. 120), gelangten 1923 in den Bestand, als das StA Marburg sie und 576 
Druckschriften gegen Teile des von der Landesbibliothek Kassel erworbenen 
Nachlasses des Archivars Georg Landau (81807 T1865) eintauschtez. 
Nur von 6 Handschriften der Ms. theologica ist nachgewiesen, daß sie durch 
Kauf erworben wurden. 88 Ms. theol. 2 aus dem Benediktinerinnenkloster in Lip- 
poldsberg wurde 1732 auf der Bögeholdischen Auktion ersteigert3. Vielleicht stam- 
men auch die anderen Lippoldsberger Handschriften (88 Ms. theol. 3 und 4, 48 
Ms. theol. 14) aus dieser Auktion. 48 Ms. theol. 73 wurde 1746 bei einer Auktion 
gekauft. 88 Ms. theol. 24 [1 und 28 sowie 48 Ms. theol. 59 gelangten 1771 beim 
Ankauf einer Privatbibliothek in die Landesbibliothek4. 88 Ms. theol. 32 aus der 
Erfurter Kartause wurde 1836 aus dem Nachlaß von F. G. J. von Bülow, 48 Ms. 
theol. 111 aus dem Kloster Maria Magdalena in Straßburg 1869 aus dem Nachlaß 
von A. F. Chr. Vilmar erworben. Durch Kauf im 18.Jh. könnte auch 88 Ms. theol. 
16 (Benediktinerkloster in Bursfelde) erworben worden sein. Aus dem Besitz des 
Landgrafen George gelangte 1764/65 das Gebetbuch 88 Ms. theol. 23, aus dem 
Besitz von Anna Gräfin von Limburg-Stirum das Gebetbuch 88 Ms. theol. 9 in 
die Landesbibliothek. Im allgemeinen darf man wohl annehmen, daß die Erwer- 
1234 
Kallenberg, S. 162 
StA Marburg Bestand 156 e Nr. 1540 
Scherer, K.: Materialien zur Geschichte d. LB, 40 Ms. Hass. 314 (nicht foliiert) 
s. Anm. 3 
XXIX
	        

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