Volltext: Manuscripta theologica : Die Handschriften in Folio

Geschichte 
Bedingt gilt dies auch für die Hymnen AH 23 Nr. 439 und 411, die außer für 
Fritzlarer Handschriften nur noch für zwei Breviere des Stiftes St. Alexander in 
Einbeck nachgewiesen sind. 
Angesichts der eigenständigen Fritzlarer Liturgie - eine Verpflichtung auf den 
Kultus nach dem Mainzer Ritus bestand nur für eine gewisse Zeit im 14.Jh.1 - ist 
es erstaunlich, heute so wenig Handschriften von speziell Fritzlarer Liturgie vor- 
zufinden. Obwohl, von 2O Ms. theol. 143, die aus Mainz stammt, abgesehen, unter 
den Fritzlarer Handschriften kein Mainzer Liber ordinarius mehr erhalten ist, ist 
ein Mainzer Liber ordinarius in Fritzlar zur Herstellung von liturgischen Hand- 
schriften verwendet wordenz. Einige Handschriften mögen auch außerhalb von 
Fritzlar, z. B. in Kassel3, geschrieben worden sein. Leider ist es nicht gelungen, 
denjenigen Liber ordinarius ausfindig zu machen, der als Vorlage für die liturgi- 
schen Handschriften des Mainzer Ritus Fritzlarer Provenienz gedient hat. Viele 
Mainzer Meßbücher Fritzlarer Provenienz enthalten nämlich neben den für den 
nicht anders möglich - die b e w e g l i c h e n Feste an einem f e s t e n Ort eingetragen. Dies 
ist für Ostern ebenso wie für das Kirchweihfest geschehen. Wenn nun in diesen Calendaria prae- 
sentiarum aus Fritzlar m e i s t das Kirchweihfest zum 28. Mai eingetragen ist, so sollte man 
daraus noch lange nicht folgern, daß das Kirchweihfest tatsächlich auch am 28. Mai gefeiert 
worden ist. Genausowenig wie man annehmen sollte, daß Ostern jedes Jahr am gleichen Tag 
gefeiert wurde. In den liturgischen Regelwerken (in den Libri ordinarii 23 Ms. theol. 99, 100r - 
101r; 23 Ms. theol. 103, 133V - 135r) folgt das Formular für die Kirchweihe auf das Formular für 
den sabb. p. pent., d. h. die Kirchweihe fand an der Oktav von Pfingsten statt. Das Festum 
trinitatis wurde an diesem Tag nur kommemoriert und um einen Tag verschoben: Unferia secunda 
que estfestum Trinitatis ...(. Dieses Datum findet sich auch in den Handschriften, z. B. 23 Ms. 
theol. 100, 3V, 23 Ms. theol. 117, 129V, 23 Ms. theol. 124, 145V, 23 Ms. theol. 144, 290m und 23 
Ms. theol. 146, 72Vb. Dagegen spricht die nicht datierte, alte Aufschrift auf dem heute verschol- 
lenen Testament des Johannes de Misna von 1333  In quo ordinauit presentias ad festum corporis 
Christi. erat tunc temporis dedicatio Ecclesiae. Sed nunc est dedicatio Trinitatis ..., vgl. K. B. N. 
Falckenheiner: Geschichte Fritzlars. Wincordruck. Eschwege 1925, S. 381, Anm. 1. Diesem Datum 
(fer. 6. p. festum trinit.) entspricht merkwürdigerweise die Anlage des Kirchweihfestes in 23 Ms. 
theol. 130, 145m, während in 23 Ms. theol. 132, 131Va und 23 Ms. theol. 137, 135Va das Kirch- 
weihfest nach dem Formular zum Festum trinitatis und vor dem Formular zum Festum Corporis 
Christi angeordnet ist. Weshalb im Mainzer Liber ordinarius 23 Ms. theol. 143, 334Va und 36733 
- 367Vb das Formular des Trinitätsfest auf das Formular zu fer. 2. p. oct. pent. folgt, ist mir nicht 
bekannt. 
Demandt: Chorherrenstift, S. 536 
Ausleihvermerk im Calendarium praesentiarum von 1390 23 Ms. Hass. 132, 1V: Nota quod dominus 
decanus et Capitulum presentauerunt et concesserunt domino Henrico Vernen [Verne; Fritzlarer 
Altarist] duo volumina Registri Moguntinensis, que fuerunt domini Heisonis canonici [Heiso Faber 
de Duderstadt, T1396; Demandt: Chorherrenstift, S. 586-588], quibus vti debet ad tempora vite 
sue et postquam deo volente decedet eadem volumina ad chorum ecclesie Fritzlariensis reponi debent. 
[späterer Zusatz:] Reposita sunt ad Chorum in latere sinistro. 
Demandt: Chorherrenstift, S. 713 
XXVI
	        

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