Full text: Krafts Knäckebrot

rückzuführen, das einen Zerkleinerungsdruck von 3-6 kg/cm2 verlangt, der beim 
üblichen Laibbrot nur in einer sehr starken Kruste erforderlich ist, während die weiche 
Krume sogut wie keine Kaukraft verlangt. Sie wird auch kaum zerkleinert, sondern nur 
geknetet. Die Speicheluntersuchungen ergaben nur in Spandau eindeutige Resultate. 
Dort war die Nahrung nicht so günstig zusammengestellt wie in der Musteranstalt Köln- 
Sülz. Infolgedessen wurde die Ernährung im Spandauer Waisenhaus durch die im 
Knäckebrot enthaltenen, aus Keim und Randschichten des Kornes stammenden, hoch- 
wertigen Eiweißstoffe, Vitamine und Mineralsalze ernährungsphysiologisch wesentlich 
verbessert, während sich diese Stoffe im Rahmen der außerordentlich günstig  
zusammengesetzten Kost der Kölner Anstalt nur unwesentlich auswirken. Bei 
den in Spandau angestellten Speicheluntersuchungen übertraf die Zunahme der 
in 20 Monaten abgesonderten Alkaleszenzmenge der Knäckebrot-Kinder die 
der Laibbrot-Kinder um das doppelte. Die Alkalikonzentration stieg bei den 
Knäckebrot-Kindern um fast 40 Prozent höher als bei den Laibbrot-Kindern. 
Durch den regelmäßigen Verzehr von Krafts Knäckebrot wurden also die Speicheldrüsen 
zu einer intensiveren Tätigkeit angeregt. Dabei besserte sich auch die physiologische 
Beschaffenheit des Sekretes: sein Gehalt an alkalischen Substanzen stieg. Durch diese 
alkalische Pufferungssubstanz werden die durch Vergärung der Speisereste entstehen- 
des organischen Säuren neutralisiert und dadurch der Zahnschmelz geschont. Die Alkali- 
konzentration bildet also einen starken natürlichen Schutz gegen Karies. Im Laufe 
des ersten Versuchsjahres beobachtete außerdem Ragnar Berg eine wesent- 
liche Besserung in der Häufigkeit und Beschaffenheit des kindlichen Stuhlgangs. 
Über die orthodontischen Ergebnisse liegen nur von den Kölner Untersuchungen einige 
vorläufige Resultate vor. Professor Korkhaus beobachtete bei den Knäckebrotkindern 
eine wesentlich günstigere orthodontische Gesamtentwicklung des Gebisses, die sich 
zum Teil in einem natürlichen Selbstausgleich von Stellungsanomalien auswirkte. 
Im einzelnen zeigt sich diese günstige Entwicklung in einer Besserung der Frontzahn- 
stellung, einer Erweiterung des frontalen Zahnbogens beim Schneidezahnwechsel, im 
Selbstausgleich von Progenie, Kreuzbiß und offenem Biß, in einer Mesial- 
verschiebung des Unterkiefers, wodurch das Masseterkauen gefördert wird, 
so daß der Unterkiefer leichter aus dem unsicheren Höcker-Höcker-Biß den korrekten 
Neutralbiß durch Vorentwicklung findet und nicht so leicht in den Distalbiß übergleitet. 
Zusammenfassend kann man also sagen: 
1. Der regelmäßige Verzehr von Krafts Knäckebrot bewirkt eine natürliche Selbstreini- 
gung der Zähne und steigert den Kaudruck. 2. Die knusprige Härte von Krafts Knäckebrot 
zwingt zu gründlichem Kauen und verstärkt die Speichelsekretion. 3. Bei regelmäßigem 
Verzehr von Krafts Knäckebrot erhöht sich die Alkalikonzentration des Speichels und 
damit die Karies-Schutz-Wirkung. 4. Bei regelmäßigem Verzehr von Krafts Knäckebrot 
wird die Entwicklung der Karies wirksam gehemmt. 5. Der regelmäßige Verzehr von 
Krafts Knäckebrot fördert die regelmäßige und normale Zahn- und Kieferentwicklung.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.