Full text: Geschichte der St. Blasii-Kirche zu Münden

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So begehren Namens Seiner Königlichen Majestät Unsers Allergnädigsten 
Herren Wir hiermit: Ihr wollet am instehenden 3. Pfingsttage nach geendigter Meß 
predigt ein schickliches Danksagungs-Formular, welches Ihr vorher zu entwerfen habt, 
von der Kanzel verlesen, darauf das »Herr Gott Dich loben wir u. s. w." nebst 
noch einigen anderen zum Zwecke dienenden Gesängen, welches auch vor der Predigt 
geschehen kann, singen lassen, und damit den Beschluß machen. — Wir seynd Euch 
in Gnaden gewogen u. s. w." 
Von einem Diebstahl in der St. Blasii-Kirche berichtet das städtische Proto 
kollbuch unterm 29. November 1731. Es heißt: 
»Nachdem diese vergangene Nacht ein Einbruch in die Sakristei der hiesigen 
St. Blasii-Kirche geschehen, indem ein Eisen an der linken Seite des Fensters der 
Sakristei losgebrochen und entzwei gehauen, folglich die vorhandenen Briefschaften 
unter einander geworfen und unterschiedliche Sachen aus der Sakristei gestohlen worden, 
— so hat Consul regens die Herrn des Raths auf Heute fordern lassen und eröffnete 
derselbe denen Anwesenden, daß wie ihm diesen Morgen nach 7 Uhren durch den 
Oppermann Weißen born angemeldet worden, daß diese Nacht ein gewaltsamer 
Einbruch in die Sakristei der St. Blasii-Kirche durch das Fenster geschehen, er sich 
sofort in die Sakristei begeben, allwo das Fenster nach der Pfarre am untersten Theil, 
so viel die dafür befindliche Eisen betreffen, mit größter Gewalt aufgebrochen und 
die Diebe dadurch gestiegen, den Kasten worin die Briefschaften und Kirchenrechnungen 
verwahrt gewesen, mit größter Gewalt aufgebrochen, und alle Briefschaften unter 
einander geworfen. 
Die in der Sakristei in der Mauer und sonsten befindliche Schränke mit größter 
Gewalt aufgerissen, und die in dem einen gelegenen Altartücher gleichmäßig heraus 
genommen; die darin gestandenen schweren Kannen und messingene Leuchter aber 
stehen lassen, also daß man eigentlich noch nicht wissen könnte, was gestohlen wäre. 
— Er Consul hätte darauf in Gegenwart des Herrn Superintendenten Hage mann 
bedeutet, das Inventar gegen die noch vorhandenen Stücke zu halten und eine Desig 
nation zu übergeben, was etwa mangelte, damit man Steckbriefe ausfertigen könnte, 
welchem Vorschlage die Kirchen - Vorsteher nachzukommen suchten. 
Hieraus hätte er, Consul regen«. den Herrn Major von Spörkcn, in Ab 
wesenheit des Herrn Brigadiers von Schwaan, ersuchet, Niemanden aus dem Thore 
zu lassen, damit man visttiren lassen könnte, ob etwa gestohlene Sachen hinaus 
gebracht würden. 
?o5t intervallum wäre der Herr Fähnrich Den ecken erschienen und hätte 
berichtet, daß in dem Walle eine Leiter an der Mauer bei dem runden Thurm hinter 
scel. Herrn Senator Hypcden Hause stände. Wie nun beide Consuws nebst denen 
Senatores Herrn Johann Roliess und Herrn G. H. Hüpeden in den Wall sich 
Verfüget, hätten sie eine Diebsleiter ohnweit des runden Thurmes, so hoch die Stadt 
mauer wäre, angeschlagen gestanden; eine aber auf dem Grablande, nebst noch einem 
abgebrochenen Stücke von der Leiter an dem Fuße der Mauer gelegen, übrigens 
hätten die daselbst befindlichen Fußtrappen gczeiget, daß es eine rechte Diebsbande sein 
müsse, welche den Diebstahl verrichtet. Innerhalb der Stadt an des seel. Herrn 
Senator Hüpeden's Garten an der Mauer hätte sich gleichfalls eine abgebrochene 
Leiter und ein Zweig von einem Haselbaum, welcher abgeschnitten, befunden, damit 
die Leiter an die Mauer gesetzt werden könne; aus der Mauer aber wären zum com- 
moden Uebcrsteigen etliche Steine abgebrochen. Ferner gebe der Augenschein an der 
untern Mauer nach dem Plane, daß ein Stein von dem Uebersteigen losgebrochen. 
Hierauf erschienen die zeitigen Kirchenvorsteher und übergaben folgende Speci- 
fication gestohlener Sachen:
	        

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