Full text: Geschichte der St. Blasii-Kirche zu Münden

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Andreas Wilhelm Hagemann 
war also der Nachfolger des Vaters. Man rühmt von ihm, daß er sein Primariat 
von 1737 bis 1750 zur größten Zufriedenheit der Gemeinde verwaltet habe. Im 
Jahr 1756 wurde er als Superintendent nach Hardegsen versetzt, woselbst er am 
15. März 1773 starb. 
Johann Christian Weckenesel 
war Prediger in Meensen und wurde 1750 Hierselbst als Pastor Primarius gewählt. 
Als im Jahr 1772 der Superintendent S ch w a ch h e i m zu Hedemünden starb, wurde 
Weckenesel Superintendent der Münden'schen Inspektion. Er starb im 74. Jahre, 
25. October 1786 und wurde im Chor der St. Blasii-Kirche begraben, nachdem er 
38 Jahr Prediger an derselben gewesen. 
Paul Caspar Dürr 
war Garnison-Prediger an der Aegidi-Kirche, wurde aber am 1. November 1789, 
da der für's Primariat gewählte Caplan Hesse mit Tode abging, als Pastor Pri 
marius in unserer Kirche introducirt und kurz darauf zum Superintendenten ernanni. 
Es sollen die von ihm in der Registratur vorhandenen Arbeiten! beweisen, daß er einer 
der gelehrtesten, geschicktesten und im Stillen arbeitsamsten und fleißigsten Geistlichen 
unserer Kirche war. Einer seiner Söhne hielt in den 20er Jahren in unserer Kirche 
eine Gastpredigt; auch seine jüngste Tochter lebte 1876 noch in Neudietendorf. 
Er starb am 9. September 1800 in seinem Berufe, denn er empfing seine tödtliche 
Krankheit, als er zur Zeit einer gefährlichen Ansteckung die Kranken seiner Ge 
meinde besuchte. 
Heinrich Julius Adolph Hellmer, 
eines Predigers Sohn aus Nienburg, wurde nach Dürrs Tode Pastor Primarius, 
da er schon von 1790 an hier Caplan gewesen war. Er starb den 16. April 1808 
im 45. Jahre und hinterließ eine Tochter. 
Johann Philipp Eberhard Habicht 
folgte auf Hellmer 1808 als Pastor Primarius. 
Er erwarb sich in kurzer Zeit durch seinen freundlichen und liebevollen Cha 
rakter die Achtung und Anhänglichkeit der ganzen Gemeinde und fühlte sich glücklich 
unter uns. Die Leidenden und Armen fanden an ihm einen tröstenden und helfenden 
Freund; auch besaß er nebenbei eine besondere Gabe, bei der Katechisation die Lehren 
unserer christlichen Religion auf eine leichte und ungezwungene Art der Jugend 
einzuprägen. 
Auch Schreiber dieses, jetzt in hohem Alter, muß dem freundlichen Mann hier 
jetzt noch öffentlich seinen Tank aussprechen, daß er den blöden zurückgedrängten 
Knaben in liebevoller Weise aus dem Hintergründe hervorzog, ihm seine besondere 
Aufmerksamkeit schenkte und an dem Predigtstuhle demselben seine Stelle anwies, um 
ihn besser fragen und unterrichten zu können. 
Im Jahr 1810 wurde er als Kabinets-Prediger der Königin von Westphalen, 
so wie zum lutherischen Rathe des Consistoriums nach Cassel berufen, wo er bis zur 
Auflösung des Königreichs in dieser wichtigen Stellung blieb. 
Im Jahr 1824 berief ihn der Herzog von Anhalt als Superintendent, Vor 
sitzenden Rath des Consistoriums und Oberprcdiger der Schloßkirche nach Beruburg, 
und in diesem so bedeutenden Wirkungskreise blieb er bis zu seinem Ableben Obgleich 
er kein Schriftsteller war, wozu er auch wenig Zeit hatte, so mußte er in Bernburg 
doch zuweilen einige seiner Predigten herausgeben. 
Da sich nun auch in dem benannten Fürstenthum die Lutheraner und Refor- 
mirten zu einer Confession vereinigt hatten, übertrug man ihm das für einen Pre 
diger so schwierige und mühevolle Geschäft der Ausarbeitung eines Gesangbuches und 
Landeö-Catechismus.
	        

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