Volltext: Geschichte der St. Blasii-Kirche zu Münden

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hinzugefügten Stern im Pfauenwedel, daneben, auf Elisabeth gehend: Brandenburg; 
dann ein'Wappen mit der österreichischen Binde; auf den ersten Gemahl der Her 
zogin sich beziehend, und schließlich das sächsische Wappen. 
Am Sockel des Denkmals drei Jnschriftstaseln, von denen die mittlere leer, die 
unter dem Herzog befindliche Nachstehendes besagt: »anno Domini 1540 am 30. Tag 
ist verschieden der durchlauchtig hochgeborne Fürst und Herr Erich Herzog zu Braun 
schweig und Lüneburg Kaiserlicher Majestät Maximilians Hochlöblicher Gedächtniß 
getreuer Diener, dem Gott gnädig und barmherzig sein wolle." und die unter der 
Herzogin Katharina angebrachte folgenden Inhalt hat: »anno vomini 1524 am 10. 
Tag Februari ist verschieden die Hochgeborne Fürstin Frau Katharine Herzogin zu 
Sachsen 26 etwa Erzherzog Siegmunds von Oesterreich Gemahl, Herzogin zu Braun 
schweig und Lüneburg, 26 der Gott guädig sei, der hochlöblichen Fürstin." 
Dieses Monument, eins der vorzüglichsten Kunstwerke der Renaissancezeit in 
hiesigen Gegenden, ist, angeblich von einem italienischen Künstler, bei Lebzeiten des 
Herzogs nach seiner Wiederverheirathung ausgeführt, da in der auf ihn sich bezeich 
nenden Inschrift die XI. hinter MD und die Zahl 30 sichtlich von späterer Hand ein- 
gchauen sind, die Angabe des Monats aber fehlt. Für seine zweite Gemahlin Elisa 
beth war die mittlere Jnschriftstafel bestimmt, die jedoch leer blieb, weil diese bekanntlich 
mit dem Grafen Pvppo von Henneberg sich wieder vermählte, und in der Kloster 
kirche zu Bessra ihre Ruhestätte fand. 
Es scheint als wenn dies Denkmal des Herzogs Erich I. jetzt an einigen Stellen 
schadhaft wird; 
Doch, mag der Rost auch fressen 
Das Erz, die Eisenwand; 
Nie wird der Held vergessen, 
Der hier die Ruhe fand. 
Und wenn auch selbst allmählich 
Der Marmorstein zerbricht; 
Vergißt man Herzog Erich 
Und seine Thaten nicht! 
Auch von diesen Marmor-Epitaph hat der Künstler Küsthard einen sehr 
gelungenen Gyps-Abguß für das Museum in Hannover verfertigt. 
Als der Herzog am 30. Juli 1540 in Hagenau gestorben war, wurde seine 
Leiche hier nach Münden transportirt und erst am 28. September 1541 hier in 
unserer St. Blast-Kirche feierlich beigesetzt. 
Da hat, wie ein alter Geschichtschreiber erzählt, der Hosgerichts - Präsident 
Dr. Justinus Gobler eine schöne Orationem funebrem gethan, darinnen er unter 
anderen angezeiget; daß dieser löbliche Fürste in zwölf Schlachten sehr männlich und 
ritterlich gekämpfet und mit Sturm zwanzig Mal den Wall angestiegen habe, doch 
die Zeit seines Lebens nur fünf Wunden davon getragen; deren doch nur zwei tödtlich 
gewesen, nemlich, die er in der böhmischen Schlacht bei Regensburg empfangen, als 
er Kaiser Maximilian das Leben gerettet. 
Die Sakristei, worin ein mit dem Kreuzen der Weihe versehener Altar, bewahrt 
ein Brustbild Christi im Styl des Caracci. 
Als Herzog Erich I. im 18. Jahre Jerusalem besuchte, brachte er unter mehreren 
anderen Merkwürdigkeiten auch ein lebensgroßes Bildniß unsers Heilandes mit in 
die Heimath. Viele meinen, daß dieses dasselbe sei, da es aus einem Größeren 
heraus geschnitten zu sein scheint. 
Als der Herzog im Jahre 1507 als Kaiserlicher Oberst-Feldhauptmann gegen 
die Venetianer zog, erbeutete er von denselben in einer siegreichen Schlacht eine Fahne. 
Dies Kleinod seiner Heldenthaten schenkte er unserer Stadt, wo die Fahne zum immer
	        

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