Full text: Geschichte der St. Blasii-Kirche zu Münden

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aus 21 Geistlichen und 20 Laien. Bei Aufhebung der Gesellschaft zur Zeit der 
Reformation fiel ihr Hauptvcrmögen an die St. Blasii-Kirche und diente zur Fundation 
der Gehalte der lutherischen Prediger und des Kirchcn-Acrars. 
Bon den uns aufgezeichneten wohlthätigen edlen Männern, welche zum Kirchcn- 
bau beitrugen, wollen wir nun zuerst 
Johann Luckhard senior 
erwähnen. Schon im Jahre 1468 war er Priester an der Kirche. Er schenkte der 
selben sein Wohnhaus, seine Baarschaften und mehrere Feldgrundstücke. Es war 
dieses das alte Haus des Primariats, welches im Jahre 1804 der Kaufmann Herr 
Christian Wüstenfeld gegen die jetzige Primariats-Wohnung umtauschte, dasselbe 
abbrach und auf dessem Grunde ein neues Haus erbaute. 
Johann Luckhard junior, 
Priester, war nebst Luckhard senior mit unter den acht Priestern und zwei Caplänen, 
die im Jahre 1496 an der St. Blasii-Kirche Bicarien waren. Er vermachte eine 
bedeutende Summe zum Bau und schenkte 120 Thaler an das CalandS-Jnstitut. Er 
starb am 29. Juni 1497. 
Heinrich Zankti, 
Priester, vermachte im Jahre 1494 250 Gulden, 21 Mark Göttingen'sche Wähning 
und 12 Goldgulden zum Ausbau unserer St. Blasti Kirche. Auch schenkte er der 
selben seinen Garten am Brandteiche, welcher noch jetzt zu den Grundstücken der 
Kirche gehört und den der zeitige Pastor primari»« in Benutzung hat. Er starb am 
12. Mai 1519. 
Tielemann Krewet, 
Priester, gab 1471 auch einen bedeutenden Beitrag zum Kirchenbau. 
Ilse Kokes 
vermachte 1484 fünf Morgen Land der Kirche. 
Hermann Hagemann 'S Frau 
schenkte 1484 87 Mark Göttingen'sche Währung zum Ausbau der Kirche. 
Die beiden Priester 
Johann Eckhard senior und Johann Eckhard junior 
gaben auch reichlich zum Kirchenbau. 
Johannes Jrsengardt, 
Sohn des oben genannten Kirchenvorstehers, war 1499 Priester an der St. Blasii- 
Kirche. Am 5. Februar 1499 stiftete Johann Jrsengardt und seine Mutter 
Adelheid nebst dem Pleban Tielemann Brecht für die St. Blasii-Kirche eine 
Commende von 250 rheinischen Gulden, wozu sie dieses Capital bei derselben baar 
niederlegten. 
Hildebrand Jrsengardt, 
des Vorigen Bruder, war Geistlicher und wurde später Probst zum Kloster Bar« 
singhausen. Er schenkte 20 Göttingen'sche Mark und stiftete eine Commende von 
800 Goldgulden oder 1540 Mariengulden Capital, verordnete, daß die Zinsen zu 
4 p6t., nämlich von 500 Mariengulden jährlich 20 Mariengulden, einem armen 
Mädchen aus seiner Freundschaft zum Beirath — Aussteuer — gegeben, von den 
andern 1040 Marienguldcn Capital sollen die Armen von seinen bedürftigen Anver 
wandten verpflegt werden, die Zinsen von 100 Mariengulden aber sollen zur 
Besserung der Brücke über die Scheede unterhalb Gimte und des Weges von da bis an 
den Elchhof verwandt werden. 
Die 20 Mariengulden zur Aussteuer für junge Mädchen sind stets, wenn sie 
verlangt wurden und man die Verwandtschaft mit der Familie Jrsengardt nach 
weisen konnte, bis jetzt noch immer ausbezahlt. Er starb am 14. Juli 1498.
	        

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