Full text: Mayser's Hutfabrik Ulm a. Donau

MAYSER-HÜTE

Zu allen Zeiten war der Hut einer der wichtigsten Bestand-
teile der menschlichen Tracht und nicht minder ein bevor-
zugtes Kind der Mode. Nichts vermag besser einen Begriff
von der Fülle der Formen zu vermitteln, als ein Gang
durch den Schauraum von Mayser, der die Sammlung von
getreuen Nachbildungen historischer Hüte birgt. Hier findet der Be-
sucher stilechte Kopfbedeckungen aller Zeiten, die sich seit Jahrzehnten
der größten Wertschätzung sachkundiger Kreise erfreut. Da findet
man primitive "Behauptungen" aus vorchristlicher Zeit, den Petasos
und den Pilos der alten Griechen, die phrygische Mütze, dann die
bunte Mannigfaltigkeit des Mittelalters vom Barett und Doktorhut bis
zum Schäfer- und Jägerhut, die wilden Formen aus der Zeit des dreißig-
jährigen Krieges, pelz- und spitzenbesetzte Modeschöpfungen der fran-
zösischen Könige Ludwig XIV. und XV., alle Varianten des Drei- und
später des Zweispitzes und endlich die ständig wechselnden Gebilde des
hohen und des
runden Hutes,
mit den das
19. Jahrhundert
seine Herrschaft
in der Hutmode
antritt. Hier geht
allmählich das
Nachbilden ver-
klungener Trach-
ten in das tätige
Mitschaffen am
Webstuhl der Zeit
und im Dienste
der Mode über,
dessen sich die
Firma Mayser
seit nunmehr
125 Jahren rüh-
men darf. Es war
eine unruhige, in allem umstürzlerische Zeit, in der Meister Leonhard
Mayser seinen Betrieb eröffnete. Überall stand das Alte mit dem Neuen
in einem erbitterten Kampf. Revolution und Reaktion rangen mit wech-
selndem Geschick gegeneinander.
Man darf etwa das Jahr 1805 als den Zeitpunkt des großen Moden-

Foto Seitenmitte:
Alte Hutmacher-Truhe aus dem Jahre 1694

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