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an der Talsperre im ganzen rund 560 cbm / Sec. zum Abfluß ge-
langen können, ehe eine Ueberflutung der Sperrmauer eintreten
könnte. Bei den größten bisher beobachteten Hochfluten hätte
der Zufluß zur Talsperre Goldentraum unter der Einwirkung
des Stauweihers am Langwasser diese Zuflußmenge nicht erreicht.
Außer an diesen Entlastungsanlagen fließen bei voller Beauf-
schlagung der Turbinen 9 + 6,7 + 4,3 = 20 cbm/Sec.
Der Betrieb der Talsperre.
Die Talsperre bei Goldentraum ist, wie bereits erwähnt,
zur Verstärkung der Wasserkräfte des Provinzial-Elektrizitätswerkes
errichtet worden. Sie dient aber auch durch ihre Zurückhaltung
der größeren Zuflüsse des Queis namentlich bei Hochwasser, auf
die sie für ihren Hauptzweck angewiesen ist, in wesentlichem Maße
zur Entlastung der Talsperre bei Marklissa im Hochwasserschutz.
Der Betrieb der Talsperre bei Goldentraum wird daher in
enger Zusammenarbeit und in gegenseitiger Ergänzung mit der
Talsperre bei Marklissa geregelt, derart, daß in gewöhnlichen
Zeiten der jeweilige sekundliche Zufluß zu den beiden Talsperren,
insoweit die unterhalb der Talsperre bei Marklissa gelegenen
Triebwerke ihn verarbeiten können, unvermindert an der Talsperre
bei Marklissa zum Abfluß gelangt. Zuflußmengen zur Talsperre
bei Goldentraum, die über diese Grenze hinausgehen, werden in
erster Linie zur Auffüllung des Staubeckens bei Goldentraum
benutzt. Erst wenn dieses Staubecken ausreichend gefüllt oder
seine Füllung mit Sicherheit nach den gefallenen Niederschlägen
zu erwarten ist, werden die weiteren Zuflüsse ungenutzt zur
Füllung der Talsperre bei Marklissa weitergeleitet.
Im übrigen wird der Betrieb der Talsperre bei Golden-
traum derartig geführt, daß der während der 24 Stunden des
Tages jeweilig vorhandene Zufluß zur Talsperre bis zu etwa
10 cbm/Sec. nur während der Stunden der Hauptbelastung des
Elektrizitätswerkes, d. h. in den Tagesstunden von 6 Uhr vor-
mittags bis 6 bezw. 10 Uhr abends und zwar also mit etwa
verdoppelter bis verdreifachter Zuflußmenge durch die Turbinen
zum Abfluß gebracht wird. (Abb. 8.) In trockenen Zeiten wird
natürlich auch das bei Hochwasser angesammelte Stauwasser mit
für den Antrieb der Turbinen benutzt und das Staubecken in
seiner oberen Zone entleert.