Full text: Die Talsperren im Queis bei Marklissa und Goldentraum

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schützenanlagen, die Windewerke, Stege usw. aufgestellt und das 
Rückstauwehr zur Herstellung eines Wasserpolsters an den Umlauf- 
stollen unter den Abfallschächten ausgeführt, deren Fertigstellung 
die Zeit bis Ende Juni 1905 in Anspruch genommen hat. 
 Es wurden für die Sperrmauer im ganzen 150000 Sack 
Zement, 20000 cbm Sand, 3600 cbm Traß, 2400 cbm Kalk, 
70000 cbm Steine und für die Panzerung der Stollen 460000 kg 
Eisen verbaut. Der Mörtel der Sperrmauer hat ein Mischungs- 
verhältnis von 125 Liter Zement, 100 Liter Traß, 66 Liter Kalk bei 
510 Liter Sand. Die Kosten der Talsperre ohne Kraftwerk stellen 
sich auf etwa 2634000 Mark. Hiervon entfallen auf die Sperr- 
mauer 1270000 Mark. Hinzu kommen noch die Kosten des 
Grunderwerbs mit 627000 Mark. Von diesen Kosten hat 1/5 die 
Provinz Schlesien und 4/5 der Preußische Staat getragen. Dagegen 
hat die Kosten des Kraftwerkes mit 800 000 Mark die Provinz 
außerdem allein getragen. 
An Arbeiterpersonal waren bei dem Bau während der 
Hauptbauzeiten durchschnittlich etwa 450 Mann beschäftigt, von 
denen die größere Hälfte Oesterreicher und Italiener waren, während 
die andere Hälfte aus einheimischen Arbeitern bestand. Die Aus- 
länder wurden vorwiegend zu den schwierigen Arbeiten in Tunnel 
und Steinbrüchen, sowie bei der Herstellung des Bruchstein- 
mauerwerks verwendet, Arbeiten, zu denen einheimisches, geschultes 
Personal nicht zu erlangen war. 
Die umfassenden Hochwasserschutzmaßnahmen, wie sie das 
Schles. Hochwasserschutzgesetz vom Juli 1900 im besonderen durch 
die großen Talsperren im Queis und Bober vorsah, verdanken 
ihre Durchführung in erster Linie dem damaligen Oberpräsidenten 
von Schlesien Fürsten von Hatzfeldt, dem Vorsitzenden des Pro- 
vinzial-Ausschusses Grafen von Stosch und dem Landeshauptmann 
Freiherrn von Richthofen, die den Professor Intze in Aachen zu 
Rate zogen, unter dessen Oberleitung der Verfasser die ersten Ent- 
würfe der Talsperren aufgestellt und die Bauarbeiten geleitet hat. 
Geleitwort bei der Grundsteinlegung 
(Victor Herzog von Ratibor, Vorsitzender des Provinzial-Landtages): 
Den Tälern zum Schutz, 
Den Wogen zum Trutz, 
Dem Ganzen zum Nutz!
	        

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