Full text: Die Talsperren im Queis bei Marklissa und Goldentraum

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des Queis auf seine halbe Breite und Ausschachtung erst der 
einen und dann, nach entsprechender Verlegung des Wasserbettes, 
der anderen Hälfte des Flußbettes. Die Gründungsverhältnisse 
gestalten sich hier bei der Geschlossenheit und Festigkeit des 
Gneisgesteines außerordentlich günstig, sodaß der tiefste Eingriff 
des Fundamentes der Sperrmauer nicht weiter als 5 m unter die 
frühere Queissohle hinabreicht. Nach erfolgter Umleitung des 
Queis gingen auch die letzten Arbeiten des Ausbruches der festen 
Felssohle, sowie der Reinigung und Füllung seiner Spalten rasch 
von statten und es konnte schon am 4. September 1902 der 
Aufbau der Sperrmauer mit der Herstellung einer verzahnten 
Betonsohlplatte als Fundament der Sperrmauer begonnen werden. 
Die Herstellung von 6200 cbm Bruchsteinmauerwerk der 
Sperrmauer nahm die Zeit bis 1904, also gerade zwei volle Bau- 
jahre in Anspruch. 
Neben den Arbeiten an der Sperrmauer wurden die Arbeiten 
am Ausbau der Umlaufstollen ungestört fortgesetzt. Während der 
Queis durch den linken Umlaufstollen floß, wurde der rechte 
Umlaufstollen voll ausgebrochen und ausgemauert, und umgekehrt 
erfolgte der Felsausbruch und die Ausmauerung des linken Um- 
laufstollens unter Umleitung des Queis durch den rechten Um- 
laufstollen. In derselben Weise wurde dann unter wechselseitiger 
Umleitung des Queis durch einen der Stollen auch die Panzerung 
eingebaut, und zwar zunächst im linken und dann im rechten 
Umlaufstollen. Diese ungewöhnlichen Arbeiten wurden im Herbst 
1904 fertiggestellt, sodaß im Dezember 1904 mit dem Abschluß 
der Umlaufstollen begonnen werden konnte. Die Grundablaß- 
rohre mit sechs Rohrschiebern sind nach beiden Seiten der 
Schieber durch zwei große, den ganzen Stollenquerschnitt aus- 
füllende Mauerpfropfen wasserdicht abgeschlossen. (s. Abb. 8.) 
Um den linken Umlaufstollen abschließen zu können, mußte das 
Wasser des Queis durch die drei Rohre im rechten Stollen ge- 
leitet und zu dem Zwecke ziemlich hoch aufgestaut werden. 
Hiermit war die Talsperre soweit fertiggestellt, daß sie ihrem 
Zweck, das Hochwasser aufzuspeichern, dienen mußte, da von 
nun an eben nur noch so viel Wasser durch die Talsperrenablässe 
hindurch konnte, wie der Queis unschädlich abführen sollte, 
während das übrige Hochwasser in dem Staubecken zu bleiben 
gezwungen war. Es wurden nunmehr noch die Entlastungs-
	        

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