Full text: Die Talsperren im Queis bei Marklissa und Goldentraum

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ringerten Einwirkung auf die ganz großen Hochfluten mindestens 
gleich, sondern geht erheblich darüber hinaus. Die Erfahrungen 
im Betriebe haben dann auch dahin geführt, daß man sich mit 
dem Ablassen der Wassermengen der jeweiligen Größe der 
einzelnen Hochfluten immer mehr anzupassen bestrebt. Man 
richtet sich mit dem Betriebe auf ein mittleres Hochwasser ein 
und ist bestrebt, deren häufiger eintretende Schäden gänzlich zu 
bannen, selbst auf die Gefahr hin, daß hierdurch bei einer 
größtmöglichen Hochflut größere Wassermengen über die Ueber- 
läufe gehen und ein Teil des Schadens nicht behoben wird. 
In Abb. 4 ist der Betrieb der Talsperre dargestellt, wie er 
sich in Wirklichkeit bei einer mittleren Hochflut im August 1920 
ergab. Das Staubecken war damals infolge der monatelangen 
und teilweise heftigen Niederschläge und eines kleineren Hoch- 
wassers kurz vorher in ungünstiger Weise mit 11,36 Millionen cbm 
gefüllt. Trotzdem konnte der größte sekundliche Zufluß von 255 auf 
118 cbm herabgemindert und um 4 Stunden verzögert werden, 
was für das Voraufeilen des Hochwassers aus den Nebenflüssen, 
die unterhalb der Talsperre bei Marklissa einmünden, von großer 
Bedeutung ist. Der Stauweiher am Langwasser nahm damals 
1,57 Millionen cbm auf. 
Die Abb. 4 zeigt, wie der Abfluß durch die Grundablässe 
erst allmählich mit wachsendem Zufluß auf 93 cbm gesteigert 
wurde, bis dann die Ueberläufe in Tätigkeit traten. Es handelt 
sich hier um einen praktisch durchgeführten, besonders ungünstigen 
Fall, bei dem aber doch noch eine ausreichende Dämpfung der 
Hochwasserwelle ermöglicht wurde. Gewöhnlich wird der Hoch- 
wasserschutzraum ja in weitergehendem Maße entleert sein, aller- 
dings die allergrößten Fluten schon deswegen nicht mehr voll 
dämpfen können, weil eben nicht 110 cbm/Sec. von vornherein 
abgelassen werden können, ohne daß nicht auch bei jeder kleinen 
Hochflut nachteilige Störungen der Triebwerke und Ueber- 
schwemmungen der tiefer gelegenen Wiesen und Ländereien 
unterhalb der Talsperre hervorgerufen würden. 
Für die Ausnutzung der Talsperre zu anderen als Hoch- 
wasserzwecken war ursprünglich ein ständiger Stauinhalt von 
5 000 000 cbm in Aussicht genommen, Nachdem oberhalb der 
Talsperre, in dem Hauptzubringer des Queis, dem Langwasser, 
nachträglich ein Hochwasserschutzstauweiher von 3,5 Millionen cbm
	        

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