Full text: Manuscripta historica

EINLEITUNG 
mengetragen worden, sondern auch die Academie bei der Sagittarischen Verlas- 
senschaft Haeres ex asse istdg. Aus dem Besitz von Schmidt kam das Konvolut 
auf dem Erbschaftswege in die Bibliothek seines Schwiegersohnes, des Helm- 
stedter Historikers Polycarp Leyser (1690-1728), der seinerseits zahlreiche Ab- 
schriften daraus herstellte und z. T. weitergab.29 Als nach dessen Tod die Biblio- 
theca Leyseriana am 18. 1. 1729 in Helmstedt versteigert wurde, erwarb 
Schmincke im Auftrage seines Landesherrn einen Teil des Sagittarius-Nachlas- 
ses für die Summe von 271 Rt und 2 Alb.30 Leider wurden die so erworbenen 
Handschriften aus formalen Gründen auf die Bestände der Manuscripta histori- 
ca und Manuscripta Hassiaca31 aufgeteilt und auch in den Bandkatalogen nicht 
zusammenhängend verzeichnet, so daß sich die Herkunft manchen Manus- 
kripts - das zwar keine Schriftzeugnisse von der Hand Sagittarii enthält, aber 
zum skizzierten Themenkreis gehört - aus dieser Provenienz nicht mehr belegen 
läßt. Andererseits sind den Sagittarianis gelegentlich Handschriften beigebun- 
den, die nicht aus dem in Rede stehenden Nachlaß stammen. An Hand des 
Auktionskataloges für die Versteigerung der Bibliotheca Leyseriana32 konnten 
für diesen Bestand jedoch 12 Handschriften identifiziert werden, wovon fünf 
zweifelsfrei aus Sagittarii Besitz stammen. 
Einige Handschriften des Bestandes kamen infolge kriegerischer Verwicklungen 
nach Kassel. Die bekannteste „Erwerbungtt dieser Art dürfte wohl der Raub der 
Fuldaer Benediktinerbibliothek und der des dortigen Jesuitenkollegs mit dem 
angegliederten Päpstlichen Seminar zum heiligen Franz XaVer33 durch hessische 
Truppen - mit gnädigem Mandat König Gustav Adolfs - während des Dreißig- 
jährigen Krieges 1632 sein.34 Die meisten dieser Handschriften befinden sich 
heute im Bestand der Theologica. Doch auch unter den Historica findet sich mit 
2o Ms. hist. 9 ein Manuskript aus dem Fuldaer Jesuitenseminar, ein Katalog 
von 105 adeligen Alumnen. Ähnlich liegt der Fall beim Cosmidromius des Go- 
belinus Persona (20 Ms. hist. 67). Der Kodex stammt aus dem Regularkanoni- 
kerstift St. Meinulf in Böddeken, von wo aus er 1588 an den Paderborner Bi- 
schof Dietrich Von Fürstenberg (r. 1585-1618) gelangte. Dieser schenkte die 
Handschrift 1612 dem Von ihm gestifteten Jesuitenkolleg zu Paderborn. Als die 
28 Hz. Wilhelm Ernst V. Sachsen-Weimar an Hz. Friedrich V. Sachsen-Gotha (1722 März 28), zit. bei 
HESSE, S. 89. 
29 HÄBERLIN, aaO.; 4o Ms. Hass. 314, fol.6 u. 7 (Auszüge des Kasseler Bibliothekars Karl Scherer 
[1886-1901] aus den verlorenen Akten der LB). Diese Leyseriana im StA Wolfenbüttel unter IV Hs 
52, Drucke bei MENCKE, Script. rer. Germ. 1. Vgl. auch HESSE, S. 106. 
30 4o Ms. Hass. 314, aaO. Weiter unten Zettel mit Schminckes Ankaufvorschlag. 
31 Vgl. VOGEL I. 
32 Vgl. LEYSER. 
33 Das Seminar besaß eine eigene Bibliothek, die nach WALDE fast ebensogut ausgestattet gewesen sein 
soll wie die eigentliche Kollegsbibliothek. 
34 Vgl. dazu WIEDEMANN II, S. XXI f; LEMBERG, S. 3-30; SCHRIMPF. 
XXXIV
	        

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