Volltext: Hochfuerstlich-Hessen-Casseler Staats- u. Adress-Calender (1770)

nebst der längsten Nacht verursachet hat. Die Witternng dieses» 
Jahrsviercels ist sehr unbeständig; mehrentheils aber kalt und 
trocken. 
2. Vom Frühling. 
Der Frühling fängt au, wenn die Sonne den Aequator, und 
also das Zeichen des Widders im Thierkreise erreichet hat, da sie 
dann Tag und Nacht gleich machet. Dieses aber geschiehet in 
diesem Jahre den 2oten März, Nachmittags um 2 Uhr 1 Min. 
Die Witterung des Frühlings ist Anfangs naß und ungestüm; 
nachgehends aber trocken und angenehm. 
3. Vom Sommer. 
Wenn die Sonne bey uns am höchsten stehet, und wir den 
längsten Tag und die kürzeste Nacht haben; so nimmt der Som 
mer seinen Anfang. Nach genauer g^chnung geschiehet solches 
den 2iren Jnnius Mittags um 12 Uhr 47 Minuten. Der 
Sommer ist dieses Jahr etwas trocken, dann und wann giebt es 
unfreundliche Witterung. 
4. Vom Herbste. 
Wenn die Sonne das zweytemal in dem Aequator und im An 
fange der Waage lauft, da wir den» abermal Lag und Nacht 
gleich haben; so nimmt der Herbst seinen Anfang. Solches ge 
schiehet dermalen den 23m, Sept. Morgens um 2 Uhr 28 Min. 
Was die Witterung anlanget; so wird der Herbst mittelmäßig 
seyn, nicht zu trocken und nicht zu naß; doch ist das Ende et 
was unfreundlich,
	        

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