Full text: Hochfuerstlich-Hessen-Casselscher Staats- u. Adress-Calender (1769)

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wird. Nach den astronomischen Ausrechnungen aber werden wir 
dieses Phänomenon nicht sehen können, weil die Sonne alsdann 
schon untergegangen ist. Diejenigen hingegen welche weiter ge/ 
gen Norden oder gegen Abend wohnen, können nur den Eintritt 
der Venns vor die Sonnenscheibe wahrnehmen. Jedoch, da die 
astronomischen Tafeln noch nicht zur äußersten Gewißheit, in An 
sehung des Laufs der Venus, gebracht sind: so kann auch der Ein 
und Austritt ganz anders, und etwas früher oder später, als die 
Rechnungen geben, erfolgen. Nach Halleys Tafeln berühret die 
Venus den östlichen Rand der Sonne, und fängt der Durchgang 
an den z. Inn. Abends um 8.Uhr iz.Minut. und Abends um io. 
Uhr 58. Minuten geschiehet die Zusammenkunft der Sonne und 
Venus nach der Länge in eben demselben Zirkel des Himmels, da 
die nördliche Breite der Venns 9. Min. 58. Secunden beträgt. 
Das Mittel des Durchganges ist Nachts um 11. Uhr 21. Min. da 
die Venus nur 9-Min. 51 .Secunden gegen Norden vorn Mittelpunct 
derSonire abstehet.Daraufdann erfolget der Austritt derVenus aus 
der Sonnenscheibe den 4. Junius Morgens früh um 2. Uhr 27.Mil». 
Endlich gehet auch der Merknrius, als ein kleiner schwarzer 
Flecken, vor der Sonnenscheibe her, so wir aber auch nicht wer 
den zu sehen bekommen, weil es des Nachts, da die Sonne schon 
lauge untergegangen ist, geschiehet. Denn der Eintritt des Mer- 
knrrus in die Sonnenscheibe erfolget den y. Nov. Abends um 8. Uhr 
2i. Min. das Mittel um 10. Uhr 46. Minuten, der Austritt aus 
der Sonne aber den io. Novembr. Morgens früh um i .Uhr lo.Min. 
Von den vier Iahrszeiten- 
1. Vom Winter. Der Ansang desselben ist schon gewesen im vorigen Jahre 
den 21 . Decembr. um 6.Uhr Min. Vormittag, da die Sonne ebendas 
, Zeichen des Steinbocks berühret hat, und der kürzeste Tag, aber auch die längste 
Nacht gewesen. Die Witterung des Winters ist veränderlich, aber .mehr zu 
Schnee und Frost, als zu leidlicher Kälte geneigt. 
2. Vom Frühling. Sobald die Sonne das Zeichen des Widders erreichet; so 
bald gehet der Frühling an, und alsdann ist Tag und Nacht gleich. Dieses ge 
schiehet den 20. März Morgens früh um 4» Uhr 25. Min. Di.e Witterung ist 
Anfangs noch ziemlich rauh; wird aber nach und nach angenehrrrer^und fruchtbar. 
g. Vom Sommer. Wik haben den längsten Tag, sobald die SoNne an das Zei 
chen des Krebses gelanget, welches dermalen geschiehet denrl.Junrrrs um 6 .Uhr 
59. Min. Vormittags. Der Sommer ist mehr dunkel und feucht, als helle und 
trocken, jedoch gibt es bisweilen starke Gewitter. 
4. Vom Herbst. Wenn die Sonne an das Zeichen der Waage gekommen ist, wel 
ches in diesem Jahr den r-.Septembr.Abendsum 8. Uhr 40. Min. geschiehet; so 
nimmt der Herbst seinen Anfang, und Tag und Nacht sind wiederum gleich lang. 
Dieses Jahrs-Viertel ist mehmiltzeils rauh und kalt, mit untcrmrschten heitern 
mrd Hellen Tagen, Des
        

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