Full text: Hochfuerstlich-Hessen-Casselscher Staats- u. Adress-Calender (1769)

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In diesem Jahre haben wir drey Sonnen - und zwey Mondfin 
sternisse zu gewarten. 
Die erste Sonnenfinsternis ist uns unsichtbar, und begibt sich 
den 8. Januar, des Morgens früh um halb 4. Uhr, da die Son 
ne noch tief unter unserm Gesichtskreise sich befindet, und erst lan 
ge nach Endigung der Finsternis aufgehet, folglich kann sie nur 
im nordöstlichen Asien betrachtet werden. 
Die zwepteSonnenfinsternis hingegen ist sichtbar,nnd erfolget den 
4. Junius des Morgens, da uns dann zu Gesichte kommen wird: 
Der Anfang um7. Uhr z a.Min.Vormittags,das Mittel nm 8.Uhr 
Ls.Min. und das Ende der Finsternis um 9.Uhr x 8. Min. Die Größe 
dieser Finsternis beträgt beym Mittel 5. Zoll 9. Min. gegen Norden. 
Die dritte Sonnenfinsternis begibt sich den 28.Novembr. Vor 
mittags gegen 8. Uhr , weil aber die Sonne 21. Grad gegen Sü- 
■ den decliniert, überdas die südliche Breite des Mondes fast r.Grad 
beträgt: so fällt der Mondschatte so weit gegen Süden, daß in 
ganz Europa derMond vor der Sonne nicht erscheinen kan, folg 
lich ist nns diese Finsternis unsichtbar, ob sie gleich in den südli 
chen Ländern central und sichtbar seyn wird. 
Mondsfinsternisse haben wir dermalen zwey zu gewarten. 
Die erste Mondsfinsternis ist den 19. Jnnius Vormittags um 
9. Uhr, da der Mond bereits lange untergegangen ist, mithin kön 
nen wir diese Finsternis nicht zu Gesicht bekommen, dahingegen 
aber werden unsere Gegenfüsler solche zu betrachten haben. 
Die zweyte Mondsfinsternis aber ist sichtbar, und begibt sich 
den 13. Decembr. des Morgens früh, und zwar ist der Anfang 
der Finsternis-Morgens um 5. Uhr 41. Minuten, das Mittel 
oder die größte Verfinsterung um 7. Uhr 5. Minuten. Das En 
de dieser Finsternis aber, welches um 8. Uhr 29. Minuten eintrift, 
können wir deswegen nicht wahrnehmen, weil der Mond kurz vor 
derselben untergehet. Die Größe dieser Finsternis beträgt beym 
Mittel 8. Zoll 55. Min. gegen Norden. 
Sodann wird den 14. März Abends um 10. Uhr x. Min. der 
Mars nahe am nördlichen Rande des Mondes Vorbeygehen, und 
zwar wird Mars bey dieser Zusammenkunft ohngefehr 7. Min. 
gegen Norde» vom Rande des Mondes abstehen. 
Auch haben wir eine sehr merkwürdige und seltene Himmelsbe- 
- gebenheit zu gewarten, die ausser 1761. über 100. Jahre vorher 
nicht vorgefallen, und künftighin in langen Jahren sich nicht zu 
tragen wird. Es ist dieses der Durchgang der Venus durch die 
Sonnenfcheibe, die sich in der Sonne als ein schwarzer Flecken zeigen 
wird.
        

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