Full text: Hochfuerstlich-Hessen-Casselscher Staats- u. Adress-Calender (1766)

Anhang. 311 
1 havm rtttd von dort anhero zurück , wöchentlich 6 bis 8 Wagen, ohne die 
bereitstehende Nebenwagen, vom rsten Jenner bis Ende dieses lösten Jah- 
. res von Carlshaven abgehen; und der Centner von ^arlshaven brs nach Cassel 
mit 7 Albus; für den Centner Rückfracht hingegen , von jedem Centner 
l Schock-Tuch 4 Albus; von übrigen Gütern aber 5 Alb. 4. Heller bezahlet 
werde. Diejenige, welche Rückfrachten haben, können sich bey dem Eommer- 
r rien-Commissario Lodemann -u Cassel melden. 
s Auszug aus der, wegen des höchstverderblichen Haus- und 
. Gaffenbettelns unterm ai. Junii 1765 erlassenen 
Verordnung. 
i.'Tsa nach einer vorhergegangenen genauen Untersuchung denen würklich 
t Armen und nothleidenden gebrechlichen Leuten eine proportionim hin- 
* längliche Steuer aus dem Armen-Hause verabreicht wird, andere muthwillige 
Betüer hingegen ihren Lebens-Unterhalt sich verschaffen müssen: So-ist das 
j Berteln in denen Häusern, auf denen Gassen und vor denen Thoren gäntzlich 
untersaget. 
z 2. Diejenige, welche Haus- Gassen- und Thor-Bettlern etwas geben, wer 
den von der Policey-Commiffion bestraft, und bekommen die Denuncianten auf 
) ihr Verlangen den 4ten Theil der desfalls andictirten Strafe. 
z. Die erwachsene Haus/Gassen- und Thor-Bettler, worauf die Polieey- 
í Gerichts-Diener, Armen- Gassen- und Bettel-Vögte rc. beständig genaue Acht 
haben müssen, werden ergriffen, und zwar die Erwachsene ins Zuchthaus, 
I dieKinder hingegen ins Waisenhaus geschickt, und so an dem einen als tcm andern 
Drt zur Arbeit angehalten. Auswärtige hingegen werden sofort aus der Stadt 
% gewiesen; und wer einen Bettler anzeiget und greiffet bekömmt zum Douceur 
jedesmal 3 Albus. 
1 4. Denen Handwerksgesellen ist das sogenannte fechten ebenfalls nicht er 
laubt, und wird denenfttben, wann sie dahier keine Arbeit bekommen, ein Zehr- 
r , Pfennig ;um ohngesäumten Fortkommen, aus dem Waisenhause verabre cher. 
5. Wer eine Collusion zwischen denen Polieey-Stadt- und Gerichtsdienem, 
l Arnzen- Gassen- und Bettel-Vögten wahrnimmt, ist schuldig, solch e der Polreey- 
Commission oder dem zu diesen Armen-Veranstaltungen ernannten Commissaris> 
x oder dem Bürgermeister rc. anzuzeigen:- worauf solche Uebertretter sofort cassiret, 
1 die Nahrnen der Angeber aber verschwiegen werden sollen. 
I 6. Diejenige, welche sich dieser heilsamen Sache entziehen und entweder gar 
nichts, oder nicht soviel als sie notode nach ihren Umständen zu thun im 
Stande , in die Armenbüchse steuren, exponiren sich, daß nach Befund ihnen 
ein gewisses, nicht als eine Allmose, sondern als eine Steuer und zu einer 
öffentlichen gemeinnützigen Anstalt angesetzet und als ein publiqes Prästandum 
l ohne daß die Armen-Büchft sie weiter besuchen soll , quartaliter executive von 
. ihnen beygemeben werde.
        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.