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des Baums, der nicht verwundet
ist, der nachtheiligen Einwirkung
der Kälte mehr zu widerstehen
vermögen.
z) Gesetzt aber auch, daß die
nach vorgenommenem Schnitt ein
tretende Kälte nicht einmal so
heftig wäre, daß ganze gestützte
Zweige erfrören, so mag es doch
leicht ein mäßiger Grad von Kälte
seyn, der wenigstens einige der
vordersten Augen der zurückge-
fchnittenen Zweige, besonders bey
Pfirschen- und Aprikosenbäumen,
tödtet. Hieraus entspringt eine
dreifache unangenehme Folge:
») Bey Pfirschen - und Apriko
senbäumen, welche schon von jäh
rigem Holze tragen, geht mit dem
Erfrieren der Blüthcangen man
che schöne Frucht verlvhren.
b) Hat man, was bey Pyrami-
dcnbäumen besonders häufig ge
schieht, ein Leitholz auf z bis 4
Augen zurückgefchnitten, und von
diesen erfrieren einige, so bleibt
oft kaum ein Auge zum neuen
Schuß übrig, da man sonst z bi-
4 Lkelfer g Wonnen hatte.
c) Rechne ,ch nun auch den ange,
führten, aus dem Erfrieren der
vordern Augen der gestutzten
Zweige entspringenden Nachtheil
nicht, so ist doch die äußerst un
angenehme Folge davon, daß
wan im Frühjahre den Schnitt
wiederholen muß. Denn die er-
frornen Stoppel fitzen zu lassen,
würde theils den Baum entstellen,
theils würde auch dadurch das
Verwachsen der Wunden verhin
dert werden, indem oft erst das
dritte oder vierte Auge hinter dem
gemachten Schnitt ausfchlägt.
Auch giebt dieses sehr leicht zum
allmähligen Trockenwerden der
ganzen Zweige Gelegenheit. Ich
habe dieses besonders im Früh
jahr 1804 erfahren, wo ich mich
durch die schönen Tage und dar
wirklich angefangene Treiben der
Obstbäume verleiten lreß, im
Februar einen Theil meiner Bäu-
me zu schneiden. Im März trat
wieder strenger Winter ein, und
als ich im April meine schon ge
schnittenen Bäume untersuchte,
so waren an Pfirschen- und Apri-
kosenbäumen ganze Zweige, und
an Aepfel- und Birnbäumen die
zurückgeschnittenen Zweige auf
s bis 3 Finger breit erfroren.
Ich mußte daher den Schnitt
von neuem wiederholen, hatte
also, den Nachtheil davon für die
Bäume nicht gerechnet, doppelte
Mühe.
4) Wir wollen den Fall an
nehmen,