Full text: Die Sternwarten Kassels in hessischer Zeit

Weißenstein (Strieder X 150 ff.) übermittelte. Fischer, der jüngere Bruder 
des Wiener Fischer von Erlach, bot in Kassel seine Erfindung, Wasser mit- 
tels Feuer zu heben, an. Trotz Armand v. Uffenbachs Spott (Arnirn S. 6) 
war Karl höchst befriedigt - noch 1765 plädierte Waitz v. Eschen für 
Konservieruung der F ischerschen Maschinen, zumindest im Modell - und 
entschuldigte Fischer ob seines Ausbleibens beim Kaiser (Akten M). Im 
Februar 1722 konnte Fischer von Wien aus dankbar berichten, wie inter- 
essiert sich der Kaiser durch ihn von Kassels Gebäuden und Kuriositäten habe 
erzählen lassen. Noch Stegmann erwähnt Fischers Apparat 1780 in der Rede 
über den ersten Erfinder der Feuermaschine, Papin oder Brostrup v. 
Schoert. S. dazu O. Gerland in Annalen d. Physik u. Chemie N. F. 8, 
1879, 357. s'Gravesande, dessen Gutachten an Newton gehen sollte, ist 
der große Leydener Physiker, dessen Experimentierapparate Kassel in ein- 
zigartiger Vollständigkeit bewahrt; (C.-G. S. 3 und 39 ff.) Damals hat ihn 
wohl Daniel de Lavillette in Kassel porträtiert (s. Lavillette im Künst- 
lerlexikon). Mit der Besichtigung der Fischerschen wie der Beßlerschen 
Kraftmaschinen beauftragte Landgraf Karl den Erbprinzen Wilhelm, Ro- 
mans Protektor. Ansicht und Calculation zur Maschine Fischers liegen im 
Marburger Archiv, Kriegskartenrepositur, Gef. 45. 
43) Senning vermachte zum Dank seine Bibliothek dem Landgrafen Strieder 
III 35A. 
44) Matsko in „Andenken um die Verdienste Friedrichs II". 1786, 5 f. 
Matsko, der erste Astronom nach Zumbach, starb 1796. Ihm folgte sein 
Sohn Carl Friedr. Wilhelm, Strieder XI 364. Stegmann, den Wilhelm 
VIII. 1754 berufen hatte, war nicht Astronom, sondern Mathematiker und 
Physiker. Eine hydraulische Maschine von ihm wurde 1757 angeschafft. 
Sein Instrumentenpreisverzeichnis (Strieder XV 269 ff.) enthält nichts 
Astronomisches, doch hat er nach 1785 Dollonds Fernrohr in Kassel nach- 
gearbeitet (Dippel a. a. O. 9). Benzmann, der 1757 unter Arckenholtz das 
Kunsthaus besuchte und die Uhrenkammer genau beschreibt, erwähnt das 
Observatorium mit keinem Wort. Dazu paßt Weidlers Angabe (Histor. 
astron. 588 f.) daß nach Zumbachs Tode kein Astronom mehr bestallt 
worden sei. Zu Cösters und Gerlands Ausführungen über die Verwalter der 
Kasseler Warten, die im Gegensatz zu ihrer Geschichte der Bauten noch 
brauchbar sind, wäre nachzutragen 1. für Scholasticus: v. Drach, Burgi 
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